Zu Fuß um die Welt

Posted by on 22. April 2010
Marathonmann Robby Clemens legte in 311 Tagen mehr als 13 000 Kilometer rund um den Globus zurück

Er ist auf Umwegen zu einem der bekanntesten Marathon-Läufer der Welt geworden. Robby Clemens begann sehr spät, sich für diese anstrengenden Ausdauer-Lauf zu interessieren. Doch dann beschloss er, die Welt mit den Füßen zu erkunden.

Von Iris Henning

MÜHLHAUSEN.

Clemens war ein erfolgreicher Geschäftsmann. Gut hundert Leute beschäftigte er in seinem Handwerksbetrieb in Sachsen. Dann riss ihn die Pleite des Bauriesen Schneider mit in den Konkurs-Strudel. Der bis dahin erfolgverwöhnte Clemens trank nun noch mehr, rauchte noch mehr, aß noch mehr. Dafür bewegte sich der 125-Kilo-Brocken maximal zwischen Sofa und Kühlschrank.

Mit einer Lebensbeichte begann Robby Clemens am Mittwochabend im TA-Café in der Jakobikirche seinen Vortrag. Er schaffte es, den Hebel noch rechtzeitig herumzureißen, seinem Leben eine neue Richtung zu geben. Er kaufte sich Laufschuhe und begann im Stadion seine Runden zu drehen. Er kämpfte gegen sich selbst, gegen die Kurzatmigkeit, die Herz-Rhythmus-Störungen, gegen die Pfunde, die Trägheit, die scheinbare Aussichtslosigkeit. Irgendwann lief er Marathon-Strecken. Es ging ihm nicht um Rekorde. Es war die Distanz, die ihn herausforderte. Die Strecken wurden immer länger. Und irgendwann kam er auf die aberwitzige Idee, zu Fuß die Welt zu umrunden. Am 3. Januar 2007 machte er sich auf den Weg. Am 9. November 2007 lief in Berlin durch das Brandenburger Tor – völlig entkräftet und entnervt.

Zwischen Start und Ziel lagen 13 262 Kilometer. Das entspricht mehr als 314 Marathons in seinen 311 Reisetagen. Er durchquerte vier Kontinente und 27 Länder. Er erlief sich Orte und Sehenswürdigkeiten, joggte durch klirrende Kälte und sengende Hitze. Höchster Punkt der Strecke war der Cottonwood-Pass in den USA mit 12 126 Fuß über dem Meeresspiegel. Den tiefsten Punkt erreichte er mit 420 Meter unter Null am Toten Meer. Mit 51 Grad im Schatten war es im kalifornischen Death Valley, dem Tal des Todes, am heißesten. Seinen persönlichen Kältepol erlief er sich in der Türkei, als das Thermometer minus 17 Grad anzeigte.

Während seines emotionalen Multi-Media-Vortrages gab Clemens den lauschenden Zuhörern Einblicke in seine unglaublichen Abenteuer und Grenzerfahrungen. Und er gab eine Botschaft mit auf den Weg: Lebe Deinen Traum.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.