Kleine, giftige Sonnen

Posted by on 19. April 2010
Die Adonisröschen bedecken derzeit zu Tausenden die Grabschen Berge im Thüringer Becken

Klein, leuchtend gelb, wunderschön und giftig: Die Adonisröschen zeigen sich derzeit in voller Pracht und sind die Attraktion in den „Grabschen Bergen“.

Von Iris Henning

GRABE.

Wie kleine Sonnen leuchten derzeit Tausende Adonisröschen im Naturschutzgebiet „Grabsche Berge“ im Thüringer Becken. Eigentlich ist das schöne Adonisröschen in der westsibirischen Steppe Zuhause. Nach den Eiszeiten ist die Schöne bis nach Westeuropa eingewandert. Wo es steppenartig trocken ist und wo die Wiesen durch Beweidung relativ kurz gehalten wurden, konnte die Pflanze sesshaft werden. Die Wurzeln reichen sehr tief und nach der zeitigen Blüte zieht sich das Leben der Pflanze unter die Erde zurück. So wird auch große Sommerhitze überdauert.

Im Unstrut-Hainich-Kreis ist das Adonisröschen die Frühjahrszierde im Naturschutzgebiet Grabsche Berge. Das knapp 55 Hektar große Gebiet, das vor zwölf Jahren unter Naturschutz gestellt wurde, liegt zwischen den Orten Grabe und Bollstedt. Dort zeigt sich das Adonisröschen derzeit in seiner ganzen Pracht. Erlaubt ist aber nur das Anschauen der sonnengelben Blumen. Das Ausgraben der Pflanzen ist nicht nur gesetzwidriger Naturfrevel, sondern auch völlig sinnlos. Die an Hitze und Dürre angepassten Adonisröschen wachsen garantiert nicht im Garten an.

Das Adonisröschen gilt als eine stark wirkende Heilpflanze, die ähnlich wirkt wie der Fingerhut und entsprechend auch giftig ist. In der normalen Hausapotheke hat es deshalb nichts zu suchen, sondern gehört in die Hand eines Fachmanns. Das Haupteinsatzgebiet ist das Herz und seine verschiedenen Schwächen.

Die Adonisröschen öffnen ihre Blüten in Abhängigkeit vom Sonnenstand: Früh sind sie geschlossen, mittags weit geöffnet.

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