Alle Dramen an einem Abend

Posted by on 1. April 2010

Wenn alle deutschen Dramen gnadenlos zu einem Stück vermanscht werden, dann wird geliebt, geschmachtet, intrigiert, gemordet, geselbstmordet, gehauen und gestochen, was das Zeug hält. Pures Schenkel-Klopfen-Vergnügen ist die neue 3K-Inszenierung von „Allen deutschen Dramen an einem Abend“ von Robert Löhr, so herrlich schön schräg ist sie. Samstagabend (3. April), 20 Uhr, ist zur Premierevorstellung in die Kilianikirche eingeladen.

MÜHLHAUSEN (ih).

Wahrlich, sie schrecken vor nichts zurück. Respektlos vermengt die 3K-Jugendgruppe auf der Bühne die bedeutendsten deutschen Dramen der großen Literaturadel. Leicht gekürzt natürlich, sonst würde ja ein Abend nicht reichen, um Lessing, Schiller, Hebbel und Co. auf die Bühne zu bringen. Das theatralische Chaos allein reicht den jungen Leuten allerdings nicht. Das schrille, schräge Spiel wird von verschiedenen, fast nur geklauter Melodien begleitet. Meistens haben weder Bühnenbild noch die Musik etwas mit den Dramen zu tun: Aber gerade darin liegt der tollkühne Spaß.

„Alle deutschen Dramen an einem Abend“ ist eine Inszenierung innerhalb der „Lachen Sie mal wieder“-Reihe des 3K-Theaters und irgendwie die Forstsetzung der Inszenierung „Shakespeares sämtliche Werke (leicht gekürzt) vor zwei Jahren. Wer die heutige Vorstellung nicht besuchen kann: Auch am Sonntag, 4. April, 20 Uhr, wird wieder zum Lachen in die Kilianikirche eingeladen.

Es ist Zeit, mal wieder zu lachen

Mit „Alle deutschen Dramen an einem Abend“ soll mal wieder etwas Lustiges auf die Bühne gebracht werden. Das sagte Spielleiter Bernhard Ohnesorge.

Es ist an der Zeit, das mal wieder gelacht wird. „Dazu schrecken wir vor nichts zurück, auch nicht vor diesem Stück“, so Ohnesorge

Robert Löhrs Stück „Alle deutschen Dramen an einem Abend“ sind eigentlich viele Stücke, nämlich die größten deutschen Dramen. Allerdings nicht alle. Damit wäre wohl auch jede große Bühne überfordert. Gar nicht überfordert mit dem vorliegenden Theaterstoff ist die Jugendgruppe der 3K-Theaterwerkstatt. Die spielt in so einem rasanten Tempo, dass man mit Lachen gar nicht immer hinterher kommt. Florian Arndt, Alexander Beck, Ralf Bube, Theresa Müller, Luka Opitz und Catherine Thon schlüpfen als Rüdiger, Paul, Maik, Uta, Henriette und Felicitas in die Rollen der Dramen-Helden. Die ausgefallenen Kostüme für die Darsteller entwickelte Lia-Marlin von Oesen (im freiwilligen sozialen Jahr in der Kultur), die gleichfalls die Dramaturgie und Regieassistenz übernahm. Die Musikauswahl nahm Sebastian Gabriel vor, die technische Leitung lag in Händen von Thorsten Zietsch. Arbeiten im 3K-Atelier führten Barbara Schäfer und Kerstin Thormann aus.

DIASCHAU

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