Charmant und persönlich

Posted by on 27. März 2010
Musikschullehrer und Musizierkreis „Dr. Franz Zeilinger“ luden zur Hausmusik ein

Eine Tradition bekam Zuwachs: Statt vier, wie in den Jahren zuvor, öffneten sich am Wochenende fünf Türen zum Musizieren. Klassisch, aber vor allem gesellig, ging es während der Langen Nacht der Hausmusik am Beginn der Thüringer Bachwochen zu.

Von Iris Henning

Mühlhausen.

Der Musizierkreis „Dr. Franz Zeilinger“ ist der Neue in der sonst von Lehrern der Kreismusikschule geprägten Stammrunde der Lange-Nacht-Musikanten. „Wir haben unseren Mut zusammengenommen und uns einfach entschlossen, mitzumachen“, erklärt Gerhard Baudisch, der Leiter des Musizierkreises. Zudem, meint er, sei ein solcher Auftritt gut geeignet, in der Region wieder bekannter zu werden. Im Kulturbund im Puschkinhaus spielten die Zeilinger ihr klassisches Programm: mal langsame, mal flotte Stücke, immer kurz gehalten, ganz so, wie es einst zu Zeiten der Hausmusiken üblich war. Wer das nicht wusste: kein Problem. In den kurzen Moderationen war an jeder Stätte der Hausmusik Interessantes aus der Zeit von einst und deren Komponisten zu erfahren, so von Telemann, Haydn, Händel, Mozart und – natürlich – Bach, der mit seiner Musik sogar die Beatles inspirierte.

Frühlingsleicht ging es allerorts zu: im Museum am Lindenbühl, wo Annette Nötzoldt (Flöte) und Karl-Heinz Moritz (Klavier“ spielten, in der Ratskanzlei, wo Stefanie Schünemann (Flöte) und Bernd Spooren (Gitarre) sich ganz der Musik widmeten, im Ständesaal, wo das Quartett Barbara Winkler (Flöte), Wolfgang Faber (Violine), Magdalena Winkler (Violoncello) und Christian Rangnick (Cembalo) die Hausmusik zelebrierten und in der Stadtbibliothek, die Holger Strüber (Klarinette), Torsten Müller (Trompete) und Markos Kopf (Klavier) für jeweils eine halbe Stunde in eine gediegene Stätte der Klassik verwandelten. Seinen Platz am Klavier räumte Kopf dann auch gern einmal für einen seiner begabtesten Schüler: den 14-jährigen Julian Ebert aus Horsmar.

Wie viel Spaß und Freude das Musizieren bereitet, zeigten letztlich noch die Musikschullehrer in vereinter Runde in der Stadtbibliothek zum Finale der Langen Nacht der Hausmusik. Zu weit vorgerückter Stunde wurde aus ganzer Seele heraus gesungen, wobei das Quartett – Christian Rangnick, Bernd Spooren, Stefanie Schünemann und Barbara Winkler – von den Instrumentalisten Karl-Heinz Moritz (Klavier), Magdalene Winkler (Violoncello) und Wolfgang Faber (Violine) begleitet wurde. „Einfach toll, diese Mischung aus Klassik und Comedy“, meinte dann eine Besucherin. Es gab nicht nur einfach Beifall für diesen Auftritt der Musikschullehrer, sondern begeisterten Applaus. So forderte das Publikum, das es sich bereits bei Wein und Häppchen gemütlich gemacht hatte, noch zwei Zugaben heraus.

Die Lange Nacht der Hausmusik war ein schöner Abend, bei dem nicht nur Freunde die Musizierstätten besuchten, sondern auch Fremde die Häuser betraten und gern Platz nahmen. In ganz Thüringen war vom Verein „Thüringer Bachwochen“ an diesem Wochenende zur Nacht der Hausmusik eingeladen. Zwölf Städte beteiligten sich an dieser virtuosen Art der Bach-Ehrung und dem Auftakt des größten Thüringer Klassikerfestivals, den Bachwochen. Mühlhausen gehört von Anfang an zu den Städten, die charmant und persönlich die Lange Nacht der Hausmusik zum Erlebnis werden lassen.

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