Ein Urgestein hat Jubiläum

Posted by on 24. März 2010
Der Kulturbundchef Jürgen Thormann hat dreifachen Grund, auf die Pauke zu hauen

Ein dreifaches Jubiläum begeht der Mühlhäuser Kulturbundchef Jürgen Thormann am 25. März: Er feiert seinen 70. Geburtstag, blickt auf ein 40-jähriges Dienstjubiläum als Kulturbund-Chef zurück, wovon 20 Jahre Arbeit im Ehrenamt verrichtet wurden. Bekannt ist Jürgen Thormann nicht nur als Urgestein des Mühlhäuser Kulturbundes, sondern auch als Schlagzeuger der Kulturbund-Swingers.

Von Iris Henning

MÜHLHAUSEN.

Gut möglich, dass es sogar noch ein viertes Jubiläum in diesem Lebensjahr von Jürgen Thormann gibt: 60 Jahre Schlagzeuger. Dabei sollte er eigentlich Geige lernen. Der einstige Knabe bockte allerdings mit Ausdauer und eroberte sich in seinen jungen Jahren schließlich doch das begehrte Schlagzeug.

Hartnäckigkeit und Ausdauer scheinen in den Genen des Mühlhäusers zu liegen. Noch heute, im gediegenen Großvater-Alter, sitzt Jürgen Thormann hinter der wuchtigen Instrumentengruppe aus Trommeln und Becken. Das Ausdauer-Gen kam und kommt nicht nur der Musik zugute. Der Mühlhäuser Kulturbund profitiert ebenfalls davon. Seit vierzig Jahren ist der einstige Bäcker Jürgen Thormann dessen Vorsitzender, lenkt und leitet die Geschicke dieses engagierten kulturschaffenden Vereins, davon zwanzig Jahre im Ehrenamt. Eine sehr wechselvolle Geschichte durchlebte er dabei mit. So Anfang der 70er Jahre die Veränderung des Kulturbundes von einem Bund der demokratischen Erneuerung in eine Bündnisorganisation der Partei der Arbeiterklasse. Der Kulturbund wurde als sozialistische Kulturorganisation voll in das politische Leben integriert. Für die etwa 1000 Mitglieder blieb der Kulturbund dennoch die einzige Möglichkeit, ihren individuellen, geistig-kulturellen Wünschen nachzugehen. Ihnen bot sich im Kulturbund mit seinen 24 Fachgebieten, in über 50 Fachgruppen und Freundeskreisen ein breites Spektrum. Der Klub der Kulturschaffenden „Tilesius von Tilenau“, damals in der Brückenstraße 9 zu Hause, war seinerzeit eine beliebte Adresse für niveauvolle Vorträge, Gespräche, Konzerte, Ausstellungen und Treffen.

In eine Krise stürzte der Kulturbund nach der politischen Wende im Land. Er trat aus dem zentralen Kulturbund aus und gründete sich als parteiunabhängigen, demokratischen Kulturverein neu. Es folgte eine Periode des Umzuges von einem Domizil ins nächste. Jürgen Thormann musst oft die Koffer packen. Letztlich kam der Kulturbund im Jahr 2000 im Puschkinhaus an. Das Priorat für Kultur und Soziales nahm ihn auf. Das war der Beginn einer noch intensiveren Zusammenarbeit. Das Spektrum reicht dabei von musikalischen Veranstaltungen bis zu wissenschaftlichen Konferenzen, von traditionellen Reihen bis zu neuen Angeboten für eine Bereicherung des kulturellen Lebens in Mühlhausen.

Zu seinem Jubiläum ist das Puschkinhaus auch die Stätte der Feier für das Dreifach-Jubiläum des einstigen Bäckerburschen und heutigen Kulturbundchefs. Musikalische Grüße bringen ihm dabei die Kulturbund-Swingers. Gut möglich, dass es der Jubilar gar nicht aushält auf seinem Ehrenplatz und sich dann und wann selbst hinter das Schlagzeug setzt, um kräftig auf die Pauke zu hauen. Herzliche Glückwünsche, Jürgen Thormann!

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