Ungewöhnlicher Rettungsversuch

Posted by on 17. März 2010
Verein 3K rutschte unverschuldet in die roten Zahlen und bittet um kurzzeitige private Darlehen

Zu einer außergewöhnlichen Krisensitzung hat der Verein 3K – Kunst, Kultur, Kommunikation, jetzt seine Mitglieder eingeladen. Der Verein steckt in den roten Zahlen. Grund dafür ist das ausbleibende Geld aus öffentlichen Kassen. Mit privaten Darlehen hofft der Verein, die Zeit der akuten Geldnot zu überwinden

Von Iris Henning

MÜHLHAUSEN.

Carmen Grunwald traut sich kaum mehr, auf die Kontoauszüge zu schauen. Der Dispo-Kredit ist ausgereizt, die hohen Zinsen darauf machen der kühlen Rechnerin des Vereins 3K zu schaffen. Unverschuldet ist der Verein 3K in dieses Dilemma gerutscht. „Ende 2009 haben wir noch fest mit der Zuweisung aus dem städtischen Haushalt für dieses Jahr rechnen können. Nichts deutete darauf hin, dass es das Geld nicht geben würde“, erklärt Geschäftsführer Bernhard Ohnesorge den Mitgliedern. Doch dann kam alles anders. Die Kommune erhält einen Millionenbetrag weniger Geld vom Land und der Haushalt wurde von einem Tag zum anderen zur Makulatur. Vor Juni, Juli, so beruft sich Ohnesorge auf Informationen aus dem Rathaus, sei nicht mit einem städtischen Haushalt und damit mit Geld für den Verein zu rechnen. Das bedeutet für 3K, bis zu dieser Zeit mit einer Abschlagsumme auskommen zu müssen. Zwischenzeitlich war die Situation aber so prekär, dass Löhne und Lohnnebenkosten kaum mehr zu bezahlen waren. Trotz Lohnverzicht der ohnehin schon gering verdienenden Mitarbeiter war ein Abrutschen in die roten Zahlen nicht mehr zu vermeiden.

Einen ungewöhnlichen Weg versucht der Kulturverein für seine Rettung nun einzuschlagen. Er will Mitglieder und Freunde des Vereins um zinsfreie Darlehen bitten, um die Zeit bis zum Haushaltsbeschluss zu überbrücken. Den Kredit einer Bank will der Verein nicht haben. „Die Zinsen dafür würden einen großen Teil unserer Mitgliedsbeiträge verschlingen. Das können wir uns gar nicht leisten“, begründet Ohnesorge. Dem Vorschlag des Vorstandes, private Darlehen in Anspruch nehmen zu dürfen, stimmten alle Vereinsmitglieder zu. Eine erste Zahlung ist bereits eingegangen. Vom Geschäftsführer.

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