Dem Kunstwestthüringer geht es schlecht

Posted by on 10. März 2010
Im 20. Jubiläumsjahr steht der Verein vor einer bedrohlichen Finanzkrise

Panta rhei – alles fließt. Dieser Spruch des griechischen Naturphilosophen Heraklit prägte das zehnjährige Bestehen des Vereins Kunstwestthüringer im Jahr 2000. Eine Ausstellung und ein Katalogbuch begleiteten dieses Jubiläum. Heute, zehn Jahre später, kann der Kunstwestthüringer von einer solch großen Jubiläumsausstellung und einem schicken Katalog nur noch träumen. Dem Verein geht es schlecht wie nie.

Von Iris Henning

MÜHLHAUSEN.

Schon seit Monaten dümpelt der Kunstwestthüringer lustlos dahin. „Die Luft ist raus“, hört man manche sagen. Es ist schlimmer: Das Geld geht aus. „Es ist gerade noch so viel da, dass wir drei, vier Monate lang die Miete für die Räume in unserem Vereinshaus an der Dr.-Wilhelm-Külz-Straße zahlen können“, bestätigt der Vorsitzende des Vereins, Reinhard Wand.

Nun, diese Situation ist dem Verein nicht ganz fremd. Stets am Jahresanfang begann für diesen Kulturverein, wie für andere im Landkreis auch, immer schon das große Zittern, ob die Zuwendungen aus öffentlichen Mitteln kommen. Sie flossen zwar immer spärlicher, aber sie flossen. Jedes Jahr überlebte man mit immer mehr Einschränkungen. Für den Kunstverein hießen die weniger Ausstellungen und weniger Projekte. „In diesem Jahr sieht es aber ganz schlimm aus“, verweist Wand auf erste Absagen, die der Verein per Post erhielt. Weder die Bürgerstiftung noch andere Helfer sehen sich in diesem Jahr in der Lage, dem Kunstverein finanziell unter die Arme zu greifen. Auch an die Stadt erging die Bitte um Hilfe. Doch der städtische Haushalt lässt auf sich warten und im Wissen um die prekäre Lage auch in den kommunalen Kassen gibt sich Wand keinen Illusionen hin, dass von dort allein die Rettung zu erwarten sei.

Verschlimmert wird die Situation des Kunstwestthüringers zudem dadurch, dass die Jugendkunstschule Ende dieses Monats aus den Vereinsräumen ausziehen will. Dann hat der Verein allein für die Miete aufzukommen. Ob allerdings aus dem geplanten Umzug der Jugendkunstschule überhaupt etwas wird, scheint nun schon wieder infrage gestellt. „Auch wir haben eine Absage von der Bürgerstiftung auf unseren Förderantrag bekommen“, zeigt sich der Schulleiter Ralf Klement einigermaßen ratlos. „Bekommen wir keine Förderung, dann können wir die Schule dichtmachen. Da brauchen wir auch nicht mehr über einen Umzug nachzudenken“, sagt er.

Panta rhei – alles fließt. Wie es im Moment aussieht, droht es den Bach hinab zu gehen. Während der Vollversammlung des Kunstwestthüringers in diesem Monat wird es wohl nicht nur um Neuwahlen des Vorstandes gehen, sondern auch um die Frage, ob und wie weiter.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.