Mit Entzücken die Welt erkunden

Posted by on 7. März 2010
Neue Ausstellung in der Galerie Zimmer lässt Erwachsene von der Kindheit träumen

„Nicht, dass es Zufall wäre“ ist der nicht zufällig gewählte Titel der neuen Ausstellung in der Galerie Zimmer am Stadtberg. Die wurde am Wochenende eröffnet. Gezeigt werden Spielgeräte und Gartenmöbel, die zum Spielen verführen, und Bilder, die einladen, mit Entzücken die Welt neu zu betrachten.

Von Iris Henning

MÜHLHAUSEN.

Bänke, auf denen sich vergnügt schaukeln lässt, und Geräte, die auch noch Erwachsene zum Erkunden und Ausprobieren verführen: Jess Fuller aus Rudolstadt hat (zum Glück) das Spielen nicht verlernt. Zudem ist sie eine Zauberin, denn sie schafft es, dass ihre Gartenmöbel und Spielgeräte jeden noch so ernst gewordenen Erwachsenen begeistern und von der Kindheit träumen lassen. Ihre Schaukelbänke wurden von den Gästen gern besetzt und in Besitz genommen. Und ihre Sternenblumen aus Stahl und Filz verführten immer wieder zum heimlichen, unbedenklich-heimtückischen Spiel.

Ein Verspielter ist auch Matthais Peinelt. In seinen Bildern spiegelt sich die Wirklichkeit frei und kunterbunt. Mit der Unbekümmertheit eines Pennälers fügte er manchen seiner Zeichnungen noch mit Bleistift, Farbstift oder Tusche eine freche Anmerkung hinzu. Als Betrachter kann man sich ein Schmunzeln darüber kaum verkneifen, etwa wenn unter dem kraftstrotzenden Mannsbild mit Waschbrettbauch „Angeber“ gekritzelt steht. „Diese Bilder sind mal was total anderes, so frisch in den Farben und Formen“, merkte Reinhard Mietzger, ein Künstler aus Ammern, an. „Total witzig, es ist pures Vergnügen, sich das anzuschauen“, ist auch der Vorsitzende des Vereins Kunstwestthüringers, Reinhard Wand, von den Arbeiten von Peinelt und Fuller begeistert. „Es ist wie früher, als man Kind war und sich vor lauter Entzücken umsah, unzählige Welten erkundete, Pläne schmiedete und beschloss, nie, aber auch nie, so wie die Erwachsenen zu werden, in der Langweiligkeit und im Verlust an Phantasie, in der sie alle alt aussahen“, hieß es in der Laudatio von Heidemarie Hübner-Prochotta.

Seinen Spaß an der Ausstellung konnte und wollte auch der Galerist Peter Zimmer nicht verbergen. „Ich will mit meinen Ausstellungen immer was anderes aus Thüringen vorstellen, will zeigen, dass Kunst nicht langweilig ist, sondern Freude in den Alltag bringt und dass sie nicht nur für eine elitäre Gruppe zugänglich ist“, sagte er.

Den Titel „Nicht, dass es Zufall wäre“ wählte Zimmer dabei nicht zufällig. Es war eine glückliche Fügung, dass sich Jess Fuller und Matthais Peinelt begegneten – bei einer der vorangegangenen Ausstellungen in seinem Haus.

„Nicht, dass es Zufall wäre“: Bis zum 2. Mai können die Spielgeräte, Gartenmöbel und Bilder in der Galerie am Stadtberg, Goetheweg 28, angeschaut (und gekauft) werden. Geöffnet hat die Galerie donnerstags bis sonntags von 16 bis 18 Uhr.

DIASCHAU

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