Flüchtiger Müller und neue Klänge

Posted by on 7. März 2010
Deftiges Lieder-Ragout und klangerlebnisreiche Hör-zu-Musik

Wenn ein Müller in die Flucht getrieben wird, eine Ehefrau handgreiflich und ein junges Mädchen gemeuchelt wird und es dazu noch Beifall gibt, ist meist „Folk-Ragout“ im Spiel. Die flotte Folk-Band sorgte am Wochenende für ausgelassene Heiterkeit im Puschkinhaus. Dann machten sie Platz für ein Klangerlebnis der besonderen Art, das die Gruppe „Éist“ darbot.

Von Iris Henning

MÜHLHAUSEN.

Böse Lieder und ruppige Lieder, aber immer Schmunzellieder: Die Männer von „Folk-Ragout“ sind berüchtigt für ihr schwarzhumoriges Lied-Repertoire. Mit flottem Spiel verstreuten sie ihre frechen Sprüche durch den Saal – zur allgemeinen Heiterkeit des Publikums. Das genoss sichtlich das deftig angerichtete Folk-Ragout der Musikanten, denen aber auch gar nichts zu heilig ist, als das es nicht zu musikalischer Kost verarbeitet werden könnte. Mit sichtlichem Spaß servieren sie derart Ohrenschmaus dem Publikum, das nur allzu gern bereit war, diese Kost zu verschlingen und auch noch Nachschlag zu verlangen. So musste sich die eigentliche Höhepunkt-Band des Abends noch etwas gedulden: Die drei Männer von „Éist“ konnten noch in Ruhe ein Bierchen genießen, ehe ihr Auftritt an die Reihe kam.

„Éist“ ist der Titel eines Liedes von „Máire Breatnach“, einer irischen Folk-Gruppe, und bedeutet soviel wie „Hör‘ zu“. Unter diesem Motto haben sich Matthias Kießling (ein Ex-Wacholder), Eoin Duignan (aus Irland) und Hal Parfit Murray (in Schottland geboren) zusammengefunden, um gemeinsam zu musizieren. Mit Stücken aus Irland, Schottland, Skandinavien und Deutschland, gepaart mit neuen Klängen und inspiriert von der jahrhundertealten Geschichte der gemeinsamen Musiktradition, hatten sie schnell die Zuhörer auf ihre Seite gespielt. Immer noch nicht satt von Folk-Musik genossen sie das „Éist“-Programm aus alten und neuen Liedern des Folk- und Songwritergenres bis hin zu den mitreißenden Insturmentalstücken der keltischen Musik.

Der Konzert-Abend mit „Folk-Ragout“ und „Éist“ war vom Priorat für Kultur und Soziales und der Stadtverwaltung als „Die etwas andere Frauentagsveranstaltung“ angekündigt. Ihre helle Freude an diesem Abend des abwechslungsreichen und fulminanten Hörgenusses hatten nicht nur die weiblichen Gäste.

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