Ein fast lautloser Abschied

Posted by on 23. Februar 2010
Die Blasmusik spielt nicht mehr: Horsmarer Heimatfeste werden künftig leiser sein

Die Blaskapelle „Unstruttaler Blasmusik Horsmar“ gibt es nicht mehr. Nach 32 Jahren haben die Musiker ihre Instrumente in die Ecke gestellt. Die Formation war immer kleiner geworden. Es fehlte an Nachwuchs.

HORSMAR (ih).

Unstruttaler BlasmusikDas diesjährige traditionelle Brückensingen in Horsmar zu Beginn des Jahres fiel leiser aus als sonst. Die „Unstruttaler Blasmusik“ fehlte. Leiser wird es auch während der nächsten Traditionsfeste werden, etwa dem Hoppberg-Singen zu Pfingsten. Es gibt keine Horsmarer Blaskapelle mehr, die unter den Linden aufspielt und die Festgesellschaft zum Frühschoppen in die Schänke führt. Mehr als dreißig Jahre lang hat die Kapelle die Musik gemacht im Dorf, hat Vereins- und Traditonsfeste begleitet, zu Hochzeiten und Geburtstagen gespielt. Jetzt ist es still geworden. „Wir wurden immer weniger“, schildert Schlagzeuger Udo Bickel. „Uns fehlt es einfach an Nachwuchs“.

Zum Schluss zählten die Unstruttaler Blasmusik Horsmar noch zehn Mitglieder. Die beschlossen Ende des vergangenen Jahres, nach vielen Wenn und Aber, das ihre Zeit als Blaskapelle abgelaufen sei. In ihrer besten Zeit war die Kapelle 18 Mann stark. Doch die herangebildeten jungen Leute blieben nicht. Die meisten zogen ihrem Beruf hinterher. In Horsmar ist es wie in fast jedem Dorf im Thüringischen: Die jungen Leute wandern weg.

Ihr Abschiedsständchen gaben die Blasmusiker dann zur Weihnachtsfeier für die Rentner. Es war mehr leise als laut: Auf Wiedersehen, liebe Leute. Dann stellten sie ihre Instrumente in die Ecke.

„Die 32 Jahre waren eine schöne musikalische Zeit für unser Dorf“, blickt die Musikerfrau Elke Bickel zurück. Im Namen aller Freunde der Unstruttaler Blasmusik bedankt sie sich bei den Musikern für deren schönes Spiel, mit sie Freude und Stimmung zu vielen Festen gebracht hätten. Traurig findet die Musikantenfrau nicht nur, dass es in Horsmar nun ruhiger sein wird. Traurigkeit empfindet sie auch, weil kaum wer aus dem Dorf nach der 32-jährigen Zeit für die Formation „Unstruttaler Blasmusik“ ein Wort des Dankes übrig hatte.

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