Dinner für die Sinne

Posted by on 20. Februar 2010
Fulminanter Schmaus der Lebensfreude für die Ohren und die Gaumen

Da waren Meister am Werk: Die einen servierten einen Ohrenschmaus, der sich mit salonfähigen Operettenmelodien in die Herzen einschmeichelte, die anderen Köstlichkeiten aus der Küche, die pure Gaumenfreude war. Zum Operetten-Dinner war am Wochenende in den großen Saal des Mühlhäuser Puschkinhauses eingeladen.

Von Iris HENNING

MÜHLHAUSEN.

Die Menü-Karte versprach Abwechslung: Zum Entree eine leichte Operettenmelodie zur Anregung des Hörgenusses, kunstvoll dargeboten von der Sopranistin Andrea Keller aus Bern und Heiko Mauchel vom Theater Erfurt. Anschließend ein Senfsüppchen mit Crevetten, also Garnelen, als Appetitanreger aus der Puschkinhaus-Küche. Mit würzigen Melodien über Rinderbraten, temperamentvollem Gesang über leidenschaftliche Frauen und einem Otto-Reutter-Couple über die Vorzüge älterer Herren stimmten die Sänger fulminant ein auf das Hauptgericht. Voilà, der Küchenmeister im Haus zeigt viel Fantasie: Lammkoteletts auf einem Brett von spanischem Gemüse mit Herzoginkartoffeln umlegt ließen wohl auch keine Wünsche offen.

Solcherart Abwechslung musikalischer und kulinarischer Delikatessen für die Sinne bis hin zum raffinierten Nachtisch – ein warm-kaltes Duett von Schokosouffle und Baumkuchenparfait – genoss ein kleines Publikum im festlich dekorierten Saal.

Andrea Bern und Heiko Mauchel sind in Mühlhausen nicht ganz unbekannt. Sie gehören dem jungen, spritzigen Orchester „Franz’L.“ aus Erfurt an, das bereits mehrfach Konzerte in einem ausverkauften Puschkinhaus gegeben hat. „Franz’L.“ spielt in Originalinstrumentierung die beliebtesten Hits der ehemaligen Tanzpaläste. Foxtrott, Walzer oder Samba – die Tradition der Standardtänze wird bei den Franz’L-Musikern groß geschrieben. Andrea Bern und Heiko Mauchel präsentierten in der frischen Spielweise des Orchesters bekannte und weniger bekannte Operettenmelodien und gaben dem Saal des Puschkinhauses einen Abend lang das Flair des opulenten, sorgenfreien Lebens in den Cafehäusern und Tanzpalästen der Großstädte. Sie versprühten einen Abend lang das Glück des Schwelgens in der Lebensfreude – das Publikum ging gern darauf ein. Wenigstens einen Abend lang.

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