Der Badegeschichte auf der Spur

Posted by on 19. Januar 2010
Bademode, Fotos und Schwimmhilfen: Für eine Ausstellung werden noch dringend geeignete Exponate gesucht

„Mühlhausen geht baden – vom öffentlichen Zuber bis zur Thüringentherme“ ist der Titel der Ausstellung, die gegenwärtig von den Mitarbeitern der Mühlhäuser Museen, der Thüringentherme und weiteren Helfern vorbereitet wird. Im September soll sie in der Thüringentherme gezeigt werden. Doch noch suchen die Macher der Schau nach geeigneten Ausstellungsstücken.

Von Iris HENNING

MÜHLHAUSEN.

BadezuberWie weit in die Vergangenheit reicht die Mühlhäuser Badegeschichte? Erst um 1900 soll es den ersten Badeanzug für Frauen gegeben haben: mit Ärmeln und Beinen. Und doch war dieses Utensil vermutlich die erste erotische Badebekleidung und jeder Mann schaute der hübschen Trägerin dieses gewagten Stücks mit großen Augen hinterher. Recht prüde ging es noch zu in provinzialen Städten wie Mühlhausen. Es galt zu dieser Zeit als höchst unschicklich, wenn sich Frauen zu leicht bekleideten. Doch wie sollte Sie da baden gehen können oder erst recht das Schwimmen lernen?

Gelegenheit dazu hätte immerhin die Unstrut geboten. Dort gab es am Wende- und am Steinbrückenmühlenwehr Flussbadeanstalten. Dorthin gingen die Mühlhäuser im Sommer für wenig Geld baden. Der Service war allerdings spartanisch. Der Mühlhäuser Anzeiger aus dem Jahr 1936 berichtet von „luftigen Bretterbuden“ als Umkleideräume. Und richtig Schwimmen lernten die wenigsten.

Badeanstalten zur Reinigung des Körpers gab es in der Stadt seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts. 1822 wurde am Lindenbühl die erste öffentliche Badeanstalt eröffnet. Ein eigenes Bad zu Hause, wie es heute zur Grundausstattung einer jeder Wohnung gehört, war den Begüterten vorbehaltener Luxus. Noch vor etwa fünfzig Jahren war es in den meisten Mühlhäuser Familien gang und gäbe, am wöchentlichen Badetag die Zinkwanne in die Küche zu holen und mit auf dem Herd erhitzten Wasser aufzufüllen. Da hinein ging nacheinander die ganze Familie.

Möglichkeiten des Schwimmsports brachten die Mischke’sche Badeanstalt und die von Schwimmsportvereinen geschaffenen Schwimmbahnen im Schwanenteich um 1900. Somit hat auch die Zeit der Bademode in Mühlhausen begonnen.

Der Mühlhäuser Badegeschichte von ihren Anfängen bis hin zur Eröffnung der Thüringentherme ist die nächste größere Ausstellung der Mühlhäuser Museen gewidmet. Gezeigt werden soll sie ab September in der Thüringentherme, kündigten der Leiter der Mühlhäuser Museen, Thomas T. Müller, sowie der Geschäftsführer der Mühlhäuser Wirtschaftsbetriebe, Martin Fromm, an. Gebraucht werden dafür aber noch Ausstellungsstücke. Wer die Ausstellung mit Dokumenten, Fotos, Badeanzügen, Schwimmhilfen, Geschichten und Geschichtchen zum Thema Mühlhäuser Badegeschichte unterstützen kann: Ansprechpartner sind die Mitarbeiter in den Mühlhäuser Museen, (03601) 85660 oder per E-Mail info@mühlhäuser-museen.de.. Die Originale werden selbstverständlich dem Besitzer zurückgegeben.

One Response to Der Badegeschichte auf der Spur

  1. Mike Kregel

    wo war denn das Steinbrückenmühlenwehr? Gleich bei der Ammerbrücke oder noch weiter hintem am Ölgraben?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.