Ein Leben für die Kunst

Posted by on 17. Januar 2010
Statt für einen „normalen“ Beruf entschied sich Siegfried Böhning zum Glück für die Malerei / heute wird er 60

Am 19. Januar  feiert der Bollstedter Maler Siegfried Böhning seinen 60. Geburtstag. Böhning ist Gründungsmitglied des Vereins „Kunstwestthüringer und hat mit seinem künstlerischen Wirken maßgeblich an der Gestaltung des Kunstraums Thüringen mitgewirkt.

Von Iris HENNING

BOLLSTEDT.

Siegfried BöhningSiegfried Böhning wurde die Kunst nicht in die Wiege gelegt. Die ersten Jahre seiner Biografie unterscheiden sich kaum von denen vieler anderer seines Jahrgangs. Er besuchte in seinem Heimatort die polytechnische Oberschule, ging nach Mühlhausen an die Erweiterte Oberschule, die er 1968 mit dem Abitur in der Tasche verließ. Sein vorgeschriebener Weg führte ihn an die Friedrich-Schiller-Universität in Jena, wo er Physik studierte. Erst ab dieser Zeit beschäftigte sich Siegfried Böhning intensiver mit der Kunst. Neben seinem Studium und später neben seinem Beruf als Entwurfslogiker im VEB Kombinat Zentronik in Erfurt, widmete er den künstlerischen Arbeitsgemeinschaften in Jena, Weimar, Sömmerda und Erfurt sowie seiner autodidaktischen künstlerischen Weiterbildung viel Zeit. Er lernte in Weimar den Maler Otto Paetz kennen und wurde dessen Konsultant. 1982 wurde Böhning in den Verband Bildender Künstler der DDR aufgenommen. Ein Jahr später folgte der Bruch mit seiner „normalen“ Arbeit. Böhning entschied sich für die künstlerische Freiberuflichkeit in seinem Heimatort Bollstedt. Seit dem gestaltet er maßgeblich das Kunstschaffen in der Region mit. 1990 wurde er zum Mitbegründer des Vereins Kunstwestthüringer in Mühlhausen, er initiierte in Bollstedt Kunstprojekte wie Zeitbrücken, Auszeit und Zeitlos, stellte in Galerien in Essen, Suhl, Gera, Bremen, Erfurt, Münster und in anderen Städten aus. Die Liste seiner Personalausstellungen ist lang. Kunstexperten wie Professor Ruth Menzel und Professor Rudolf Kober werden zunehmend aufmerksam auf den Bollstedter, der immer wieder seine heimatlichen Landschaften in subjektiv spontanen Stimmungen aufgreift und in einem dichten Prozess des Machens vielschichtig aufs Papier bringt. In persönlichen Worten und Publikationen weisen sie auf den Künstler hin. Böhning ist auch in den Mühlhäuser Museen eine bekannte Größe. Einige Werke von ihm gehören längst zur Sammlung „Thüringer Kunst“.

Anlässlich des Jubiläumsgeburtstages von Siegfried Böhning wird am kommenden Donnerstag, 21. Januar, um 19.30 Uhr eine Exkurs-Ausstellung im Museum am Lindenbühl eröffnet: „Landschaft im Wandel“. Gezeigt werden Bilder von Siegfried Böhning und seinem Weimarer Lehrer Otto Paetz. Damit würdigen die Museen Siegfried Böhning als einen Künstler, der zu den wichtigen seiner Generation im Land zählt und der mit seinem Schaffen dazu beigetragen hat, der zeitgenössischen Kunst in der Region zu mehr Achtung zu verhelfen.

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