Das Buch mit dem größten Schatten

Posted by on 17. Januar 2010
Am Donnerstag startet in der Mühlhäuser Theaterwerkstatt 3K das Filmfestival „ueber Macht“

Über sieben Filme sollst du sprechen: Ein Filmfestival wird am kommenden Donnerstag, 21. Januar, in der Mühlhäuser 3K-Theaterwerkstatt eröffnet. Das Festival widmet sich der mehrschichtigen Bedeutung des Begriffs „Macht“. „ueber Macht“ ist der Titel des Festivals.

MÜHLHAUSEN (ih).

Referent Peter Dulinski kommt ins 3KDas Buch mit dem größten Schatten steht in Turkmenistan. Sein Titel: Ruhnama, sein Autor: Saparmurat Nijasow, der kürzlich verstorbene Diktator von Turkmenistan. Mit der Dokumentation über das Buch, auf dem der kürzlich verstorbene Diktator von Turkmenistan Saparmurat Nijasow seine menschenverachtende Diktatur aufbaute, beginnt die Theaterwerkstatt am Donnerstag, 21. Januar, 17 Uhr in der Spielstätte Kilianikirche das Filmfestival. Der Film „Ruhnama – Im Schatten des heiligen Buches“ erzählt von der Absurdität eines totalitären Systems, in dem sowohl wirtschaftliche Beziehungen mit westlichen Ländern als auch das Bestehen einer Fahrschulprüfung von einem künstlerisch wertlosen Buch abhängen.

Der pensionierte Mühlhäuser Lehrer Peter Dulinski hat sich mit dem Thema auseinandergesetzt und wird anhand der im Film aufgeworfenen Problematik mit den Besuchern über diesen Film diskutieren. Herangezogen sollen dabei auch andere Beispiele aus dem geschichtlichen und aktuellen Weltgeschehen werden.

Am Sonntag, 24. Januar, wird um 16 Uhr, innerhalb der Reihe „theater-tee“ der zweite Film zu sehen sein: „Monsanto, mit Gift und Genen“. Diskussionspartner wird an diesem Nachmittag Frank Augsten, der ehemalige Landessprecher Bündnis90/Die Grünen, sein. Heute ist Augsten Dozent für ökologische Tierzucht an der Universität Kassel-Witzenhausen.

„Mit dem Festival ‚ueber Macht‘ wollen wir uns der Ambivalenz der Macht widmen“, erklärt 3K-Festivalleiterin Karen Becker. Macht könne zum Missbrauch verführen und sei doch unverzichtbar für jeden, der Veränderungen in Gang setzen will.

Die ausgewählten Filme, die während des Festivals zu sehen sind, sollen sensibilisieren für explizite und implizite Machtstrukturen, für legitime und illegitime Macht- und Herrschaftsverhältnisse. Und sie sollen ermutigen, im Alltag, in der Öffentlichkeit und in der Politik öfter, nachhaltiger und unbequemer die Machtfrage zu stellen.

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