Liebesspiel und Weingesang

Posted by on 7. Januar 2010
Mit einem delikaten Liederabend geht die Theaterwerkstatt 3K ins neue Jahr

Vier Premieren im vergangenen Jahr, 86 eigene Vorstellungen in der Kilianispielstätte und knapp 5000 Besucher: Das ist die Kurzbilanz der Mühlhäuser Theaterwerkstatt 3K aus dem Jahr 2009. Die letzte Vorstellung stand für den letzten Tag im Jahr auf dem Spielplan und die war eigentlich Premiere Nummer fünf. Oder die Nummer eins im neuen Jahr.

Von Iris HENNING

MÜHLHAUSEN.

„Er gehört zu mir“. Das immergrüne Liebeslied von Marianne Rosenberg bekam auf der 3K-Bühne eine ganz andere Intention. Kein liebendes Weib schmachtete beim Singen dahin. Der korpulente Frank Möller war der verliebte Schmachter, der „Er gehört zu mir“ mit ganzer Inbrunst in den Raum seufzte: als braver Biedermann, mit messerscharf gezogenem Scheitel und Hornbrille auf der Nase. Diesem schrägen Typ flogen an diesem Silvester-Abend wohl alle Herzen des Publikums zu. Das lachte Tränen, wie noch oft in dem auserlesen humorvoll-frivolen Programm und es verlangte mitternächtliche Er-gehört-zu-mir-Zugabe.

Viel zu schade wäre es allerdings, dieses genüsslich-delikate Abendprogramm auf den Silvester-Müllhaufen Jahrgang 2009 zu werfen. „Das haben wir auch nicht vor“, hieß es gestern von 3K-Spielleiter Bernhard Ohnesorge. Dieses Programm wird als Liederabend mit dem Titel „Liebesspiel und Weingesang“ in den Spielplan aufgenommen und soll sowohl auf der 3K-Bühne noch oft zu sehen sein als auch auf Tournee geschickt werden: Auf private Geburtstags- und Jubelfeiern, zum Beispiel. Darin hat die Theaterwerkstatt Erfahrung: „Wir werden immer öfter gefragt, ob wir nicht dieses oder jenes Stück im privaten Bereich aufführen können“, so Ohnesorge. „Und dieser Liederabend sorgt ganz bestimmt für gute Party-Stimmung“.

Das zusätzliche Geld, das so in die 3K-Kasse klingelt, wird auch dringend gebraucht. Das bekommen nicht die Spieler. Die singen, tanzen, spielen, blödeln und witzeln aus lauter Spaß an der Freude auf der Bühne. Zusätzlich spendieren sie ihre Zeit und ihr Lächeln für die Bewirtung des Publikums. Ihr Geld verdienen sie mit „richtigen“ Berufen: Horterzieherin, Bankangestellte, Lehrer zum Beispiel. Die Theaterwerkstatt braucht die Einnahmen aus den Aufführungen für sich. Energie, Heizung, Reinigung usw. müssen bezahlt werden. „Da haben wir jedes Jahr unsere Sorgen“, macht Ohnesorge schon lange kein Geheimnis mehr aus der ständigen Finanznot.

Wann der Liederabend „Liebesspiel und Weingesang“ ein nächstes Mal zu sehen ist, steht noch nicht fest. Als erstes Stück im neuen Jahr steht „Der Erzbischof ist da“ mit Peter Wagner in der Hautprolle für Freitag, 15. Januar, auf dem Spielplan (Kartenreservierung: 03601 7 440937)

DIASCHAU

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.