Gewinn für St. Ulrich

Posted by on 14. Dezember 2009
Mit viel Engagement rettet ein Dorf seine Kirche

Kuchen backen, Geschenke basteln und Würstchen braten haben sich ausgezahlt: 900 Euro brachte der Advents- und Lichtermarkt in Eigenrieden an Gewinn zugunsten der Kirche St. Ulrich.

Von Iris HENNING

EIGENRIEDEN.

Krippenspiel und Angerleuchten (7)„Der Einsatz hat sich gelohnt“, sagt Dr. Rolf Luhn. Er und die anderen Mitglieder des Fördervereins St. Ulrich freuten sich über die Abrechnung. 900 Euro blieben nach Abzug aller Kosten übrig. Mehr als im vergangenen Jahr, als der Förderverein auch schon zum „Angerleuchten“ eingeladen hatte, wie er seinen Advents- und Lichtermarkt nennt.

Das Geld wird dringend für die Sanierung der Kirche des Dorfes gebraucht. Für diese Aufgabe engagiert sich der Förderverein seit fünf Jahren. Ein kaputtes Dach, eine Orgel, auf der nicht mehr gespielt werden konnte, feuchte Wände, eine baufällige Treppe im Kirchturm – das war die alarmierende Bestandsaufnahme vor fünf Jahren. Auf Geld aus den leeren Kassen der Kirche und Kommune Krippenspiel und Angerleuchten (8)konnten die Eigenrieder nicht hoffen. Sie griffen zur Eigeninitiative. Zweiundzwanzig Männer und Frauen gründeten den Förderverein, um ihrer Kirche St. Ulrich die Zukunft zu retten. Das ganze Dorf war bald für das „Projekt St. Ulrich“ begeistert. Gut zehntausend Euro brachten Gewerbetreibende und Private im ersten Jahr auf. Kommune und Kirche legten dazu, was sie konnten. Aus den Fördertöpfen des Städtebauförderprogramms des Landes, des Landesamtes für Denkmalpflege, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, des Kirchenkreises und der Landeskirche konnte Geld beantragt werden. 140.000 Euro kamen bis Anfang des Jahres zusammen. Damit wurde das Dach erneuert, die Orgel restauriert, die Nordwand saniert und die Elektroinstallation in Kirchenschiff und -turm auf Vordermann gebracht. In diesem Jahr schlossen sich die Sanierung der Südwand an und die Turmtreppe wurde erneuert. Gut 12.000 Euro wert sind dabei die Eigenleistungen, die gebracht wurden. „Und das nicht nur von Mitgliedern unseres Fördervereins“, würdigt Dr. Luhn.

Seine nächste Aufgabe sieht der Förderverein darin, den Innenraum zu sanieren. Der weist starke Nässeschäden auf. Die barocke Ausstattung der Kirche, vor allem die bemalte Bretterdecke mit der Darstellung der vier Evangelisten und der Heiligen Dreieinigkeit, der Opferung Isaaks sowie musizierender Engel – 1753 geschaffen vom Mühlhäuser Maler Hermann Bauer – ist von Spuren der Nässe genarbt.

Schritt für Schritt will der Förderverein, der heute etwa 30 Mitglieder zählt, die Sanierung der Kirche fortsetzen. Das traditionelle „Angerleuchten“ hat dabei wieder ein Stück Hoffnung gegeben. Ein ganz besonderes Dankeschön sagte der Förderverein Anemone Mücke aus Eigenrieden und Dagmar Lukas aus dem Nachbardorf Struth: Die Frauen haben über Monate gebastelt, gestrickt und eingekocht, um auf einem Basar Schönes, Nützliches und Selbstgemachtes anbieten zu können. Den Erlös von zweihundert Euro spendeten sie für die Kirche St. Ulrich.

2 Responses to Gewinn für St. Ulrich

  1. herzberg

    …Applaus für die Idee mit dem Kalender 2011.

    Endlich mal ein paar schöne Bilder aus Eigenrieden.

    Den Macherinnen und Machern ein Danke.

    Nun hängt er bei mir in Leipzig.

    ..und da fallen mir wieder Bilder ein… rotes Karusell.. bunter Reifenstapel..“Tante Anna was gibt es denn Heute“ Rufe…

    Mit vielen Grüßen besonders an „Frau Mücke“…

    Klaus-Peter Herzberg

  2. herzberg

    Auch dieses Jahr hängt der Kalende, der unter der Idee von Frau Mücke getragen wird, nun schon fast 12 Monate erneut hier bei mir in Leipzig.

    Ich freue mich schon auf ein eventuell neues Exemplar für 2014.

    Viele Grüße aus Leipzig an meine Kindergärtnerin.

    Herzlichst

    Klaus-Peter Herzberg

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