Wanderung durch Thüringer Kunstwelt

Posted by on 30. Oktober 2009
Die Ausstellung „Kunstraum Thüringen“ der Mühlhäuser Museen zeigt auch berraschendes

Einer kunstvollen Inszenierung glich die Eröffnung der Ausstellung „Der Kunstraum Thüringen im 20. Jahrhundert“ am Mittwochabend im Museum am Lindenbühl. Die achtungsvollen Reden namhafter Kunstexperten wurden von Videos und musikalischen Szenen begleitet. Mühlhausen war in den zwei Stunden eine Grand Dame der hohen Kunst.

Von Iris HENNING

MHLHAUSEN.

Da hatte man schon alle Stühle zusammengetragen, die es im Haus gibt. Trotzdem: Sie reichten nicht. Mehr als zweihundert Gäste waren gekommen, um die Eröffnung der Ausstellung „Der Kunstraum Thüringen im 20. Jahrhundert“ zu erleben. Längst weiß man: Diese Eröffnungen in den Häusern der Mühlhäuser Museen sind genussvolle Abende inmitten auserwähltem kulturellen Ambiente. Dabei importieren die Museen kaum etwas: Sie fahren mit Geschick, Leidenschaft und Kulturverbündeten auf, was Mühlhausen zu bieten hat. So spielten die Lehrer der Kreismusikschule, Aktive aus dem Verein 3K kümmerten sich um die mediale Begleitung und die Mitarbeiter des eigenen Hauses sorgten sich rührend um das Wohl ihrer Gäste. Die kamen, sahen und waren durch die Vielfalt der bildenden Genüsse die Besiegten. Respekt, Lob und Anerkennung zollten auch die bekanntesten Thüringer Wächter über die Kultur dieser Ausstellung. Günther Schuchardt, der Vorsitzende des Thüringer Museumsverbandes, sprach von einem „Feuerwerk der Malerei und Grafik“ und Dr. Thomas Wurzel, der Geschäftsführer der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, sieht in dieser Ausstellung eine Retrospektive der 20-jährigen Sammlung „Thüringer Kunst“ der Mühlhäuser Museen. Dr. Rolf Luhn, Geschäftsführer der Artregio Sparkassenversicherung, verglich sie in seiner Laudatio mit einer „Wanderung durch die Thüringer Kunstwelt“, die viele berraschungen bereithalte. Alle drei bedankten sich vor allem beim Kurator der Sammlung, Jürgen Winter. Er begann vor zwanzig Jahren Thüringer Kunst aus dem 20. Jahrhundert zu sammeln.

DIASCHAU

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Angemerk

Ideen

Meist sind es die ungewöhnlichen Ideen, die Potenzial für Neues haben. Sitzen die Ideenhaber an der richtigen Stelle, beweisen Ausdauer und haben taube Ohren gegenüber Skeptikern, kann etwas entstehen, dass den letzten Unker still werden lässt. Ein Beweis dafür ist die Sammlung „Thüringer Kunst“ der Mühlhäuser Museen. Anfangs mitleidig belächelt – was soll es in der Provinz schon für Kunst geben – ist diese Samlung eine bemerkenswerte Einzigartigkeit im Land geworden.

Eine Vision für die Sammlung äußerte jetzt ein Kunstexperte: Ihr sollte mehr Raum gegeben werden. Die alte Reithalle am Mühlhäuser Blobach scheint ihm ein angemessen. Da haben wir schon wieder eine ungewöhnliche Idee …

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