Neuer Mus-Adel

Posted by on 20. September 2009
Faulungen hat seit gestern Nachmittag eine neue Königin: Bernadett Kaufhold

Die neue Faulunger Muskönigin heißt Bernadett Kaufhold. Gestern Nachmittag bekam die 22-jährige Pädagogik-Studentin die Krone von ihrer Vorgängerin, Eva-Maria Lischke, überreicht. Zwei Jahre wird Bernadett Kaufhold die Mus-Majestät sein und das Eichsfelddorf vertreten. Der Titel „Beste Faulunger Musköchin“ ging an die 28-jährige Steffi Wick.

Von Iris HENNING

FAULUNGEN.

Für Bernadett war es seit einigen Stunden bereits kein Geheimnis mehr: Sie hat die Wahl zur Mus-Königin für sich entschieden. Doch die Schöne und die Jury hatten eisernes Stillschweigen vereinbart. So war es spannend bis zur letzten Minute, wer wohl die neue Majestät des Dorfes sein würde. Gegen halb vier am Nachmittag verkündete die amtierende Königin, Eva-Maria Lischke, dann den Namen ihrer Nachfolgerin und überreichte Bernadett Kaufhold die Insignien des Faulunger Mus-Adels: Krone und Scherpe.

berraschter war Steffi Wick. Seit vier Jahren erst kocht sie Mus, erzählt sie. Mutig gab sie der Jury eine frische Kostprobe ihres süßen Brotaufstrichs. Der überzeugte. Ganz eindeutig fiel das Ergebnis aus. Insgesamt hatte die Jury, zu der auch Landratsvize Bernd Münzberg (SPD) gehörte, elf Sorten zu verkosten. „Geschmeckt haben sie aber alle“, bescheinigte der Vize.

Muskochen hat in Faulungen lange Tradition. Ein Arme-Leute-Essen wie noch vor hundert Jahren ist das Mus aber schon längst nicht mehr. Als Delikatesse wird es sehr geschätzt. Extra des frischen Pflaumenmuses wegen kommen viele Gäste zum alle zwei Jahre stattfindenden Musfest in den kleinen Eichsfeldort. Ganz frisch gekocht wird dort das Mus und das Schöne daran: Neugierige können zuschauen und sich vom aromatischen Duft Appetit holen. Dafür sorgen die Frauen und Männer des Kirmesvereins „St. Martin“ und des Heimatvereins Faulungen. „Früh um sieben haben wir den Kessel angeheizt“, erzählt Margarta Mühr, eine erfahrene Musköchin. Seit der frühen Stunde wechselten sich gestern die Faulunger ab, den süßen Brei in dem Kessel mit der Muskrücke umzurühren. Sieben bis acht Stunden dauert die Prozedur, erst dann ist das köstliche Mus fertig. Drei Kessel waren insgesamt aufgesetzt worden. Die Gäste standen schließlich Schlange, um einige Gläser des Brotaufstrichs auf Vorrat mit nach Hause zu nehmen. Wer nach dem Rezept fragte, bekam ein freundliches Lächeln geschenkt: „Das ist von Generation zu Generation überliefert und wird nicht verraten“, bleibt die Herstellung des Pflaumenmuses ein gehütetes Dorfgeheimnis. Auch die scheidende Muskönigin will ihr Familienrezept nicht preis geben. Sie kocht gern und viel Pflaumenmus, erzählt sie. Sehr gern sei sie auch für zwei Jahre die Faulunger Muskönigin gewesen. Es habe Spaß gemacht, den Heimatort regional und überregional zu vertreten, auf dessen Tradition und Schönheit aufmerksam zu machen. Sie habe andere Majestäten und Symbolfiguren sowie Prominente aus Politik und Fernsehen getroffen. Auch das sei spannend gewesen. Zum jetzigen Musfest habe sie die Rosenkönigin aus Bad Langensalza eingeladen, die auch gern gekommen war. Ein ganz herzliches Dankeschön sagte die scheidende Faulunger Majestät ihrer Familie und den Ortsvereinen für die großartige Unterstützung während ihrer Amtszeit. Ein ganz besonderes Dankeschön richtete Eva-Maria I. an ihre Mutter: „Sie hat mir beigebracht, wie Faulunger Mus schmecken muss“. Ihrer Nachfolgerin wünschte sie viel Spaß und viel Erfolg, die nächsten zwei Jahre Faulungen als Muskönigin zu vertreten.

DIASCHAU

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