Skulptur soll umziehen

Posted by on 20. August 2009
Kirchgemeinde fürchtet um die Standsicherheit auf dem aufgeschüttetem Boden

Knapp zwei Jahre ist es her, als in Dachrieden, während eines Bildhauersymposiums, Skulpturen entstanden. Als diese offiziell übergeben wurden, überbrachte sogar die Thüringer Landtagspräsidentin, Dagmar Schipanski, ihre Glückwünsche. Jetzt soll eine der vier Figuren ihren Platz wechseln. Grund: Sie steht angeblich auf abrutschgefährdetem Untergrund.

Von Iris HENNING

DACHRIEDEN.

Der Boden könnte nachgeben. Das ist die Sorge von Pfarrer Johannes Neugebauer. Die in den Himmel ragende Skulptur des Schweizers Klaus Prior steht auf dem Kirchengrundstück an der Kaisershagener Straße. Eigentlich ein schöner Platz für die imposante Figur. Wenn es sich nicht um aufgeschütteten Boden handeln würde, wie der Pfarrer erklärt. Und der könnte eines Tages unter der Last der Skulptur nachgeben, schließt er eine Gefahr nicht aus. Deswegen müsse die Skulptur einen anderen Standort bekommen. Nicht irgendeinen, wünscht sich der Pfarrer, sondern einen würdigen. Die Skulptur sei schließlich wunderschön und im Dorf sei man stolz auf sie.

Um einen geeigneten Standort sorgt sich derzeit Reinhard Wand, der Vorsitzende des Vereins Kunstwestthüringer. Dem Verein gehören die Skulpturen, die seinerzeit während des Symposiums entstanden sind. Als Dauerleihgabe wurden sie der Gemeinde Dachrieden überlassen. Wand selbst wohnt ebenfalls in Dachrieden, fast gegenüber des jetzt umstrittenen Standortes. Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass der Boden nachgeben würde, sagt er. In Handlungszwang sieht er sich trotzdem. Die Figur steht schließlich auf dem Boden der Kirche und wenn die Kirchgemeinde Bedenken wegen der Sicherheit habe, dann müsse man handeln.

Entsprechende Verträge, wo die Symposium-Figuren in Dachrieden stehen könnten, gibt es keine. Auch gibt es noch keine konkreten Vorstellungen, wohin die Prior’sche Figur nun umsiedeln könnte. Bürgermeister Holger Petri verweist auf den Kunstwestthüringer. Der Verein will sich darum kümmern, so ist es bei einem Gesrpäch abgemacht worden, hält er sich raus.

Wir kümmern uns auch, sagt Reinhard Wand. Ganz ohne Hilfe aus der Gemeinde wird es aber nicht gehen, weist er hin: Ein Stellplatz muss gefunden, ein Fundament muss gebaut werden und Technik, das Kunstwerk umzusetzen, braucht man ebenfalls. Mit diesen Arbeiten ist der Kunstwestthüringer allein finanziell überfordert, ist er ratlos.

Doch bis jetzt hat man noch keinen anderen Standort für den Prior gefunden. Schließlich soll die Figur auch gesehen werden. Wenn es gar nicht anders geht, dann bekommt der ‚Prior‘ bei mir Asyl, sagt Ralf Klement. Der Bildhauer aus Hüpstedt, der in Dachrieden sein Atelier hat, war seinerzeit der Organisator des Symposiums. Die Sorge um den gegenwärtigenStandort versteht er nicht. Wenn der wirklich so gefährdet ist, dann müsste man das Gelände einzäunen, sagt er.

One Response to Skulptur soll umziehen

  1. Klaus Prior

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    zufällig habe ich via Internet von der Situation meiner in Dachrieden entstandenen Skulptur gehört.

    Gerne bin ich bereit die Arbeit zum Preis des seinerzeit erhaltenen Honorares (1.500.- Euro abzgl. Spesen) zurück zu kaufen.

    In Erwartung Ihrer diesbezüglichen Nachricht

    mit freundlichen Grüssen

    Klaus Prior

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.