Internationaler Einstand

Posted by on 17. August 2009
Musikschule „Kita guitar dojo“ machte Mühlhausen mit einem Saitensommer noch musikalischer

Takiya Kimura kommt aus Tsuchinva, einer Stadt in Japan. Erstmals ist er in Thüringen, in Mühlhausen. Verwandtschaft und Gitarrenmusik waren es, die ihn zu dieser weiten Reise veranlassten. Weitere sieben Gäste brachte er mit. Sie waren Teilnehmer des ersten Mühlhäuser Saitensommers. Dazu hat die noch ganz junge Mühlhäuser Musikschule „Kita guitar dojo“ eingeladen.

Von Iris HENNING

MHLHAUSEN.

Behutsam hält Takiya Kimura seine Gitarre, beinah so, als wäre sie zerbrechlich. Mit geübten Fingern zupft er eine Melodie, so leise, so exotisch, so wunderbar. Stunden möchte man ihr Lauschen und dabei ins Vergessen tauchen. Der japanische Gast sitzt dem jungen Boris Tautorat im Foyer der Margartenschule gegenüber. Der blonde junge Mann aus Deutschland ist heute sein Meister, die Margartenschule ist das „Gitarren-Dojo“. Tautorat gibt leise, beinah flüsternd Anweisungen – auf japanisch. Es ist die Muttersprache seiner Frau, Nozomi Kimura. Mit ihr zusammen eröffnete er vor gut zwei Monaten in Mühlhausen die Musikschule „Kita guitar dojo“ in der Spiegelsgasse 22. „Kita“ steht dabei als Synonym für die Zunamen Kimura und Tautorat. Mit dem ersten Mühlhäuser Saitensommer, der am Wochenende stattfand, gab das Paar seinen musikalischen Einstand als Ausbildungsstätte in Mühlhausen. Ein Einstand, der sich hören und genießen lassen konnte in der derzeit stark musikverwöhnten Bachstadt. Dozenten aus vier Ländern unterrichteten nicht nur ihre Schüler, sie gaben auch Konzerte, wie sie in Mühlhausen nur selten zu erleben sind. So stellten sich Luciano Marziali (Italien), Norelia Chacon und Jhon Jimenez (Venezuela), Nozomi Kimura (Japan) und Boris Tautorat (Deutschland) zu Beginn des Saitensommers mit edlen Ausschnitten ihres Könnens in der Stadtbibliothek vor. Mucksmäuschenstill waren die Zuschauer, um nicht einen der Gitarrentöne zu versäumen. Denn in dieser Vielfalt hat man sie hier bislang kaum gehört: asiatisch, italienisch, spanisch, südamerikanisch. Von all dem wollten die Schüler des Saitensommers ein Stückchen Können und ein Zipfelchen Technik mitnehmen, so auch Richard Gensel aus Oberzella bei Bad Salzungen. „Das ist so interessant, so wunderbar international. Ich kann prima Erfahrungen sammeln, manche Technik abgucken“, schwärmt der Dreizehnjährige von seiner Festival-Teilnahme. Vor allem die internationale Beteiligung gefällt ihm. Verständigt wird sich überwiegend auf Englisch, und wenn das nicht ausreicht mit Händen, Füßen und der Gitarre, ist der Musikschüler von Nozomi Kimura begeistert.

Freude ist auch Takiya Kimura und den anderen Japanern anzusehen. Gemeinsam mit etwa zwanzig Freizeitgitarristen aus Mühlhausen und Umgebung genießt er das international geprägte Saitensommer-Angebot. Das Festival ist Teil seines etwa zehntägigen Urlaubs in Thüringen. Mühlhausen wird er mit den neu gefundenen deutschen Freunden in guter Erinnerung behalten. Nicht ausgeschlossen ist zudem, dass er wiederkommt. Weitere Mühlhäuser Saitensommer soll es schließlich geben. Das haben sich Boris Tautorat und Nozomi Kimura vorgenommen. Ihre internationalen Kontakte und Verbindungen zu den ehemaligen Kommilitonen der Weimarer Hochschule für Musik „Franz Liszt“ wollen sie nutzen, diese Festivals zu vielsaitigen Klangperlen in Mühlhausen zu gestalten. „Wir freuen uns und sind auch ein wenige stolz darauf, dass unser erster Mühlhäuser Saitensommer eine so gute Resonanz gefunden hat“, meint Nozomi Kimura mit einem freundlichen asiatischen Lächeln.

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