Nach Hause gekommen

Posted by on 4. August 2009
Nach siebzehn Jahren in der Fremde öffnete Tino Bauer seine Galerie in Mühlhausen

Um eine Galerie reicher ist Mühlhausen geworden. Tino Bauer eröffnete an der Felchtaer Straße 25 seine „Art Galerie Format 73“ und richtete dort seinen beruflichen Lebensmittelpunkt ein: Sein Atelier und seine Galerie, in der er zeigt und anbietet, was er malt. Später sollen noch Skulpturen hinzu kommen.

Von Iris HENNING

MHLHAUSEN.

090730 tino bauerTino Bauer kommt aus Mühlhausen. Dennoch ist der 36-Jährige in den kunstinteressierten Kreisen kaum bekannt. Siebzehn Jahre war er fort. Jetzt kam er zurück in seine Heimat, getrieben von der Sehnsucht nach seinen Eltern und Verwandten, nach seinen Freunden und Bekannten und von der Sehnsucht nach den vertrauten roten Dächern und schmalen Gassen Mühlhausens. Von den siebzehn Jahren in der Fremde war er zwölf in Stuttgart, fünf in New York, Hongkong und Kanada.

Die schillernden Metropolen ließ er hinter sich. Die Zeit dort war gut, aber eben nicht von Dauer. Jetzt, so sagt der schlanke junge Mann, müsse er unbedingt „familiäre Energie tanken“. Und malen. So wie in Stuttgart, in New York, Hongkong und in Kanada. Die verschiedensten Bilder entstanden dort. Motive sind das pulsierende Leben ebenso wie einträchtige Stille und harmonische Zufriedenheit. Tino Bauer ist ein vielseitiger Maler. „Ich will mit meinen Bildern viele Menschen, viele Schichten ansprechen. Schließlich will und muss ich auch etwas verkaufen, um von der Kunst leben zu können“, ist der Weltgereiste Realist.

Das Malen für ihn der Ausdruck von Kreativität ist, entdeckte Tino Bauer in seiner frühen Jugendzeit. „Ich habe viele Kunstrichtungen ausprobiert, um mich zu finden. Zudem lernte ich so Schritt für Schritt verschiedene Techniken“, erzählt er von seinen Anfängen. Er zeichnete Comics, Landschaftsbilder und Portraits, er entwarf Skizzen für Möbel und Städtebilder. Auch, wenn sich für letztere niemand ernsthaft interessierte, machte es ihm ungeheuren Spaß, seine Phantasien auf dem Papier zu entwickeln. Als junger Mann wählte er dann statt eines sicheren Berufes die Unsicherheit eines freischaffenden Künstlerlebens. Angespornt und bestätigt fühlte er sich, als seine Bilder nicht nur in Deutschland gekauft wurden, sondern auch nach sterreich und in die Schweiz gingen. Er nahm ein Angebot aus Hongkong an und ging in die asiatische Metropole, in der das Wort „Kunst“ zehn Bedeutungen in der Landessprache hat, wie er dort erfahren hat. „berall und in jeder Ecke boten sich für mich neue Motive und Inspirationen: die Skyline, die botanischen Gärten, die überfüllten Straßen, aber auch die Freundlichkeit der Menschen“, behält Tino Bauer Hongkong in seinen Erinnerungen. Er erhielt Einladungen für Ausstellungen seiner Bilder nach New York und Kanada. In dem US-Staat South Dakota wurden Werke von ihm für Wohltätigkeitszwecke versteigert und in Kunstmagazinen gedruckt.

„Alles eine aufregende Zeit, jedoch weit weg von Zuhause“, blickt Tino Bauer zurück. Nach fast fünf Jahren unterwegs um den Globus hat er sich entschieden, wieder nach Mühlhausen zu kommen. Hier eröffnete er seine erste eigene Galerie und hofft, in seiner Heimatstadt mit und von seiner Kunst leben zu können.

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