Machen statt Meckern

Posted by on 27. Juli 2009
Projekt „Make“ will mit jugendlichen Talenten Kulturangebot bereichern

Die Idee klingt schlüssig: Jungen Talenten aus der Region will man auf die Bühne helfen und somit gleichzeitig das Kulturangebot in der Stadt speziell für junge Leute bereichern. Mario Bartholomè ist mit fünf Freunden dabei, mit dem Projekt „Make“ dieser Idee Raum und Klang zu geben.

Von Iris HENNING

MHLHAUSEN.

mario barthomomèSchlecht kann das Vorhaben nicht sein. Immerhin überzeugte der 28-Jährige mit seinem Konzept „Make“ die Hüter des Fonds der Europäischen Gemeinde, Jugend für Europa. Für ein Jahr wurden Fördermittel bewilligt. Im Gegenzug dazu soll es mindestens zwölf Veranstaltungen von Jugendlichen für Jugendliche in Mühlhausen geben. „Make“, so erklärt Marion Bartholomè, „steht für ‚Mühlhäuser alternative Kultur-Events‘. Das können Konzerte und Leseabende, Filmvorführungen und Theatervorstellungen sein.“

Wenn auch die Langversion des Namens „Make“ etwas holprig klingt: Der junge Kulturmanager hat sich etwas gedacht dabei. Das englische „Make“ heißt „machen“ und er will etwas machen. „Früher gehörte ich auch zu denen, die nur meckerten ‚Es ist nichts los im Städtchen‘. Aber dumm Quatschen kann jeder. Ich will versuchen, etwas zu ändern“, ist Mario Bartholomè fest entschlossen, etwas zu tun. Zwei Kulturabende hat „Make“ seit Juni bereits angeboten, beide fanden im Wirtshaus „Ratskeller“ statt. Dessen Wirt, Martin Schaller, ist immer gern bereit, solche Initiativen zu unterstützen. Eine dritte Veranstaltung ist am 15. August geplant. Die soll im Stadtjugendhaus stattfinden. Es wird die erste größere „Make“-Veranstaltung sein. Auf die Bühne holt Mario Bartholomè dabei junge Talente aus der Region. So gab es während der jüngsten Veranstaltung im „Ratskeller“ für drei Jugendliche viel Applaus. Aber nicht nur der war ihr Lohn, sondern auch die Einnahmen aus dem Abend. Viel ist letzteres nicht. Die Eintrittspreise sind niedrig. „Wir wollen, dass die Angebote von den Jugendlichen bezahlbar sind“, verweist Bartholomè auf das Konzept. Das Wenige, das in die Kasse hineinkommt, ist dann für die Akteure des Abends gedacht. Und sein Lohn? „Das ist die Freude, wenn eine Veranstaltung richtig gut war“, lacht der 28-Jährige, der von Beruf Sozialassistent ist. Nein, winkt er ab, er verdiene nichts dabei und glaube auch nicht, dass sich das ändern könne.

„Make“ in Mühlhausen auf die Beine zu helfen, sieht der Sozialassistent aber mittlerweile selbst als „nicht ganz einfach“, ist die erste Euphorie verflogen. An Talenten mangele es nicht. Aber geeignete Auftrittsmöglichkeiten zu finden sei schwierig, vor allem für größere Veranstaltungen. So träumt Mario Bartholomè zum Beispiel davon, einmal eine richtig berühmte Gruppe nach Mühlhausen zu holen, etwa die „Toten Hosen“. Aber wo sollten tausende Konzertbesucher in Mühlhausen Platz haben?

Also wird „Make“ vorläufig im Kleinen agieren, in Räumen wie im „Ratskeller“ und im Stadtjugendhaus. Auch über dies Unterstützung sind Marion Bartholomé und seine Freunde schon glücklich. Einen guten Freund haben sie zu dem in der Jugendinitiative „Jim“ gefunden, die hilft, wo sie kann. „Vielleicht wird es ja irgendwann doch einmal etwas mit den ‚Toten Hosen‘ in Mühlhausen“, hat Mario Barthomomè seinen Traum noch nicht aufgegeben. Mit einem Traum und viel gutem Willen hat schließlich auch das Projekt „Make“ begonnen

(Jugendliche mit künstlerischen Fähigkeiten sowie Kulturinteressierte, die Auftrittsmöglichkeiten für junge Talente bieten wollen, können unter der E-Mail-Adresse „event-mhl@live.de“ Kontakt mit 2Make“ aufnehmen.)

One Response to Machen statt Meckern

  1. Mario Bartholome

    Vielen dank für diesen tollen Artikel. Ich hoffe wir können auch in zukunft so miteinader arbeiten.
    Herzlichste grüße, Mario Bartholomè

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