Eine Idee überschreitet die Grenze

Posted by on 8. Juli 2009
Die recycelte Platte`an der Schwanenteich-Allee findet auch in Russland Beachtung

Aus Alt mach Neu. Diese Idee verwirklichten die Architekten Norman Hose aus Mühlhausen und David Seidl aus Berlin. Sie nahmen Bauteile aus der DDR-Baureihe WBS 70, die in der Leinefelder Südstadt abgebaut wurden, und konstruierten daraus ein modernes Zweifamilienhaus

MHLHAUSEN (ih).

Das steht in Mühlhausen, an der Schwanenteichallee. Damit gewannen die ideenreichen Architekten nicht nur eine Anerkennung beim Architektourpreis Thüringen 09 (diese Zeitung berichtete). Sie gewannen auch die Aufmerksamkeit von Bauexperten aus dem russischen St. Petersburg und dem Regierungsbezirk Leningrad, der in seiner Größe etwa mit Thüringen zu vergleichen ist. Eine vierköpfige Expertenkommission, darunter zwei Professoren, besichtigte jetzt das gelungene Recycling-Haus. Aus 24 Wandelementen und genauso vielen Deckenelementen entstanden zwei Wohnungen mit allem modernen Komfort, die eine 90, die andere 67 Quadratmeter groß. Auch das ußere des Hauses erinnert nicht mehr an die einstige schmucklose Platte. Anthrazit und Ziegelrot sind die Farbkontraste der futuristischen Fassade, hinter der sich die Mieter bereits sehr wohl fühlen.

Der Besuch aus Petersburg, so resümiert Norman Hose, sei von diesem Bau beeindruckt gewesen. Die Experten kamen unter anderem auch nach Mühlhausen, um sich über kostengünstigen Wohnungsbau zu informieren. Weitere Stationen ihrer Reise waren Cottbus und Berlin. Im Gebiet Leningrad werden dringend Wohnungen gebraucht. Schmucklose Platten, die mit ihrer Höhe den Himmel brühren, sollen das aber nicht werden sondern Häuser in überschaubarer Größe, in denen die Menschen gern wohnen und in denen das Wohnen auch bezahlbar ist.

Nicht auszuschließen ist, dass den Petersburger Gästen die Idee aus Mühlhausen zusagt.

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