Paten stammen aus der Marienkirche

Posted by on 22. Juni 2009
Kunstwerke aus Mühlhausen als Vorbilder für Schmuckelemente für neogotische Kapelle bei Dresden

Zwei figurale Kunstwerke aus dem Südportal der Mühlhäuser Marienkirche standen jetzt Pate für die Vollendung einer neogotischen Kapelle in Dittersbach, nahe Dresden: die Heiligenskulptur der Maria und die Skulptur des Jüngers Johannes. Abgüsse der Bildwerke ermöglichten Nachbildungen für die wiederaufgebaute Kapelle.

MHLHAUSEN (ih).Heiligenskultur der Maria nach einer Abbildung aus Kirche St. Marien

Replikate suchte der Quandt-Verein Dittersbach zur Förderung der Künste, als er im Jahr 2006 begann, die neogotische Hubertus-Kapelle im Lieblingstal Dittersbach nahe Dresden wieder aufzubauen. Unter den Schmuckelementen des einst um 1840 vom Kunstmäzen und Goetheverehrer Herbert Quandt errichteten Bauwerkes befanden sich auch zwei Figuren, die seit Jahren spurlos verschwunden waren. Glück hatte der Quandt-Verein mit dem mit der Planung und Ausführung des Wiederaufbaus beauftragten Architekten Eberhard Harnisch. Mit familiären Wurzeln in Mühlhausen, erinnerte er sich an die zahlreichen Skulpturen an der Kirchpforte der Marienkirche. Seine Nachfrage nach einer Abguss-Sammlung der Bildwerke führte ihn zu den Mühlhäuser Museen. Die konnten helfen. „Zur Förderung der Künste sind wir gern bereit, wenn wir in der Lage dazu sind“, so Museumschef Thomas T. Müller.

Jetzt schmücken die Nachbildungen der Heiligenskulptur der Maria und des Lieblingsjünger Jesu, Johannes, die wiederaufgebaute Hubertus-Kapelle. Ein herzliches Dankeschön richtet der Quandt-Verein an die Mühlhäuser Museen: „Wir sind allen verantwortlichen Mitarbeitern der Mühlhäuser Museen für die großzügige Unterstützung unseres Anliegens und dem Leiter dieser Einrichtungen für die Erlaubnis zur Abformung zu hohem Dank verpflichtet“, heißt es in dem Schreiben an das Haus. Weiter: „Denn dieses Ziel ist unmittelbar nach dem ersten Besuch im Stadtmuseum und dem Erhalt von Details über die Kunstwerke angestrebt worden. Ihre ästhetische Faszination, ihre Größe, ihre Entstehungszeit stehen einzigartig sowohl für die rahmende Zierung der gotischen Architekturelemente als auch für eine Aufwertung der Freskomalereien im Inneren der Hubertus-Kapelle.“

Die beiden Plastiken wurden von der Dresdner Firma „Form & Abbild Hans Effenberger“ abgeformt. An ihren neuen Standorten haben sie einen „solch einzigartigen Reiz, dass sie als historisch originales Figurenensemble der Hubertus-Kapelle angesehen werden könnten“, heißt es aus dem Quandt-Verein.

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