Angelehnt an die Antike

Posted by on 16. Juni 2009
Neubau des Landesamtes ist ein Beispiel für kreatives Bauen

Innovative Ideen zur effektiven Nutzung: Der Neubau des Landesamtes für Lebensmittelsicherheit /Verbraucherschutz in Bad Langensalza ist ein Vorzeige-Beispiel für modernes, kreatives Bauen in Thüringen. Der Neubau in Bad Langensalza ist eines der größten Objekte, die während des diesjährigen „tages der architektouren“ zu besichtigen ist. Gut 58 Millionen Euro investierte der Freistaat in diesen Standort.

Von Iris HENNING

BAD LANGENSALZA.

Die Form eines Mäanders wählten die Architekten Dr. Claus D. Worschech und Matthias Zimmermann aus dem Erfurter Architekturbüro „worschech architects“ für den Neubau an der Tennstedter Straße 89. Damit lehnen sie sich an die Antike an. Dort galt der Mäander als Symbol für die stete Erneuerung des Lebens – passend also für den Auftrag des Freistaates Thüringen, einen Neubau für das Landesamt für Lebensmittelsicherheit/Verbraucherschutz zu entwickeln. Bandartig gliedert sich der Baukörper des Amtes in einen extrovertierten, öffentlichen Teil und den introvertierten, sicherheitstechnisch separierten „Laborring“. Der gruppiert sich um einen abgesenkten Versorgungshof. Mit Rücksicht auf das umgebende Wohngebiet wurde die sichtbare Gebäudehöhe auf drei Geschosse reduziert. Während die Etage im Hof zentralen Servicefunktionen vorbehalten ist, sind in drei Obergeschossen nahezu gleichartig strukturierte Laborflächen mit zugeordneten Büro- und Sozialbereichen untergebracht, wobei sich die Ringform als Vorteil in Bezug auf Wegelängen und Flexibilität der Nutzungen erweist.

Baubeginn für den ersten Bauabschnitt des Landesamtes war im Jahr 2004, für den zweiten Bauabschnitt im Jahr 2006. Fertig wurde der Neubau im vergangenen Jahr. Als größte Herausforderung bezeichnet Matthias Zimmermann „die geforderten hochtechnisierten Funktionen gestalterisch und städtebaulich überzeugend auf dem vorhandenen, beengten Grundstück innerhalb eines Wohngebietes unterzubringen“. Eine weitere Herausforderung sei die Aufrechterhaltung des laufenden Betriebes bis zum Umzug der örtlichen Dienststellen in den fertiggestellten ersten Bauabschnitt unter extrem beengten Verhältnissen gewesen. Der Neubau dieses Landesamtes nennt das Architekturbüro „eines der wichtigsten Projekte in den vergangenen Jahren“.

42,1 Millionen Euro investierte das Land Thüringen allein in das Gebäude, das eine Nutzfläche von 11200 Quadratmeter hat. Die Ausstattung des Landesamtes für Lebensmittelsicherheit kostete noch einmal 16 Millionen Euro. Somit ist dieser Neubau auch ein entscheidendes Stück Wirtschaftsförderung im Unstrut-Hainich-Kreis und zudem ein Beitrag zur Gestaltung einer lebenswerten Umwelt.

Während des „tages der architektouren“ werden Vertreter des Architekturbüros und Bedienstete des Landeamtes am Samstag, 27. Juni, um 10 und um 12 Uhr Führungen anbieten. Besucher haben die Gelegenheit, einmal hinter die Kulissen zu schauen und von den Fachleuten Hintergrundinformationen über den Bauverlauf zu erfahren. Aus sicherheitstechnischen Gründen ist das Landesamt aber nur eingeschränkt zugänglich, wird hingewiesen.

Insgesamt sind in Thüringen während der „architektouren“ am 27. und 28. Juni 67 Objekte in 33 Städten geöffnet, davon drei in Bad Langensalza. Die „architektouren 2009“ bieten also eine spannende Entdeckungsreise durch die Thüringer Architekturlandschaft.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.