Kunst und Panzer

Posted by on 10. Juni 2009
Kölner Künstler Roland A.O. Köhler begleitete mit seiner Kamera das Artillerieregiment 100

Mit seiner Kamera dringt Roland A. O. Köhler in tabuisierte Bereiche, die neben dem Alltag existieren. Mit stilistischen Mitteln der Kunst – er ist Bildhauer – öffnet er für den Betrachter eine Spalt breit die Tür zu einer ihm unbekannten Welt.

Von Iris HENNING

MHLHAUSEN.roland-kohler-foto
Er blickt in Altenheime und ins Morgenland, in Operationssäle und in das Leben Todkranker. Er sucht als Ausgleich die berauschende Stille der Natur und die sthetik der Baukunst. In Mühlhausen betrachtete Roland A. O. Köhler das Leben hinter den Kasernentoren des Artillerieregiments 100. Er begleitete die Soldaten bei einer bung in der Heide und bei ihrem Einsatz in Afghanistan. Eine Dokumentation darüber stellt der Kölner am Samstag, 4. Juli, in der Görmarkaserne vor. An diesem Sonnabend hat die Kaserne ihre Türen für Publikum geöffnet, sie lädt zum Tag der offenen Tür ein. Eine Halle wird dabei eine Art Kino-Saal sein. Das Raffinierte darin: Er wird mit Tarnnetzen ausstaffiert. In dieser „Höhle“ wird Köhler seine Dokumentation vom späten Vormittag bis in den frühen Abend als Endlosschleife zeigen. 090612-roland-kohler-foto-0007Für Gespräche über seine Kunst im militärischen Bereich und was sie ihm bedeutet steht er den Gästen zur Verfügung.
Roland A. O. Köhler ist oft und gern in der Region Mühlhausen, vor allem im Hainich. „Mein kleines Zauberland“ nennt er seine Lieblingsorte nahe Kammerforst. Dort fotografiert er, wie er die Natur sieht und empfindet. Hunderte von Bildern hat er gemacht und hunderte von Augenblicken festgehalten – jeder einzigartig in seinem Moment. Wie ein Artefakt fügt er oft eine von ihm geschaffene Skulptur hinzu: den Drudenfuß. „Dieses Symbol der fünf Urkräfte und Zeichen des Lichtes (Pythagoreer), soll den Menschen eine Stütze sein, unkalkulierbare Situationen im Leben zu bestehen beziehungsweise zu überleben. Ein Zeichen des Wunsches und der Hoffnung.“, so Köhler über das seit Jahren von ihm verwendete Symbol. Nur einmal wurde dieses missgedeutet. Als er in seiner Geburtsstadt Schlotheim den Drudenfuß installierte, wurde dieser dort – man glaubt nicht, bereits im 21. Jahrhundert zu leben – als Zeichen des Bösen und des Teufels bekämpft. Nun, das ist eine Episode aus der Provinz. Der Drudenfuß blieb dennoch Begleiter von Roland A. O. Köhler, so auch während seiner jüngsten Dokumenationsarbeiten auf Kasernengelände. Wie er Panzer und den kunstvollen Drudenfuß miteinander kombiniert und in Szene setzt, ist auf ausgewählten Fotos zu sehen, die ebenfalls während des Tages der offenen Tür in der Görmar-Kaserne ausgestellt sind.

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