Von Neugier getrieben

Posted by on 6. Juni 2009
Eberhard und Christina Vater begaben sich auf die Spuren Bachs und eröffnen am 13.06. eine Ausstellung

„Bach – wohltemperierte Spurensuche in l und Aquarell“ ist der Titel der Ausstellung des Mühlhäuser Pfarrers i.R. Und Malers Eberhard Vater. Diese außergewöhnliche Art der Ehrung des Musikgenies wird Freitagabend in der Kirche Divi Blasii, der Bachkirche, eröffnet.

Von Iris HENNING

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Wechmar und Dresden, Hamburg und Weimar, Berlin und Eisenach: kreuz und quer durch durch die Republik führten die Wochenendreisen von Eberhard und Christina Vater. Vor eineinhalb Jahren begannen sie, sich auf die Spuren von Johann Sebastian Bach zu begeben, ihre eigenen Recherchen anzustellen, ein eigenes „wohltemperiertes“ Gefühl für das Leben des Musikgenies zu entwickeln. Gut viertausend Kilometer legten sie dabei zurück. All die gesammelten Reiseerfahrungen und Emotionen sollten einfließen in die Bilder, die Eberhard Vater plante zu malen. In Aquarellen wollte er die Lebensstationen des großen Musikers, der von 1685 bis 1750 lebte, festhalten. Anlass dafür war ihm das 84. Bachfest der Neuen Leipziger Bachgesellschaft in Mühlhausen vom 7. bis 16. August diesen Jahres. Mit einer Ausstellung in der Bachkirche, der Kirche Divi Blasii, über die Wirkungsstätten Bachs will Eberhard Vater das Fest bereichern. 22 Aquarelle und drei lbilder wird er zeigen, die während seiner Reisen entstanden sind: Das erste vor dem Bachhaus in Eisenach, das letzte vor der Jacobikirche in Hamburg. Auch Motive aus Mühlhausen sind unter den Exponaten: ein Blick auf die Bachkirche, in der der 22-jährige Bach 1707 seinen Dienst als Organist antrat, und einer auf die Petrikirche sowie die Orgel in der Blasius-Kirche.
Begleitet wird die Ausstellung von einem gleichnamigen Katalog. Die Texte dafür stammen von der treuen Reisebegleiterin des Künstlers, seiner Frau Christina. Sie beschreibt im Kontext zu den jeweiligen Bildern nicht nur die Lebensstationen von Johann Sebastian Bach, sondern ebenso seine Lebenssituationen und bringt den Menschen Bach ein Stück näher.
„Wir haben Bach gefühlt“, sagt Christina Vater rückblickend auf die vielen Wochenendreisen. In den aufgesuchten Bachstädten wurde durch Straßen und Gassen gelaufen, durch die vermutlich auch Bach gegangen war. Es wurden Konzerte und Gottesdienste besucht und manche Gasthäuser, in denen einst auch Bach einkehrte. Begegnungen mit den Menschen in den Bach-Städten machten die Reise reicher. Doch im Vergleich zu Johann Sebastian Bach, der seinerzeit die weiten Strecken, etwa von Lüneburg bis Arnstadt oder von Mühlhausen nach Köthen zu Fuß gehen musste, hatten es die Vaters in der heutigen Zeit bequemer: Sie fuhren mit dem Auto.
Die Ausstellung „Bach – wohltemperierte Spurensuche in l und Aquarell“ wird am 13.06., 17 Uhr, mit einem Konzert in der Kirche Divi Blasii eröffnet. Bis ende September wird sie zu sehen sein. Bis dahin sind Eberhard und Christina Vater vermutlich schon auf nächster Spurensuche. „Ich möchte noch so viel malen“, treiben ihn Sehnsucht und Neugier an.

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