Schönheit des Verfalls

Posted by on 28. Mai 2009
Eschweger Maler Wilfried Heizmann zeigt in einen Bildern die stille Poesie des Vergänglichen

Verfallende Fachwerke, zerschrundene Ziegeldächer, zum Stillstand verurteilte Wassermühlen in solchen Motiven findet der Eschweger Maler Wilfried Heizmann stille Poesie. Die Schönheit des Verfalls zeigt er jetzt in einer Ausstellung im Mühlhäuser Kulturbund.

Von Iris HENNING

MHLHAUSEN.
Seltsam vertraut kommen dem Mühlhäuser Betrachter diese Szenen vor. Das habe ich schon einmal gesehen, aber wo?, fragt man sich unentwegt. Während die Augen das Motiv, ein Stück bröckelnde Fachwerkfassade oder ein Teil eines vor sich hin siechenden alten Ziegeldaches, noch nach weiteren Hinweisen abtasten, martert sich das Gehirn, dieses Bildpuzzle dem entsprechenden Gebäude zuzuorden. Am erstaunlichsten jedoch ist die Erkenntnis, dass dieser so dargestellte Verfall ein schöner Augenblick ist. Jedenfalls so, wie ihn der Maler aus Eschwege präsentiert.
Vielleicht ist es ein Stück Offenbarung der Entschleunigung, von der gerade so viel die Rede ist. Nicht schneller, höher und weiter, sondern auch einmal in der Lage sein, den Augenblick genießen zu können. Das geht. Wilfried Heizmann, Jahrgang 1947, macht es mit seinen Bildern vor. Und, so erzählt er, solche ließen sich auch dann und wann verkaufen. Natürlich weiß auch der Maler, dass man von schönen Augenblicken allein nicht leben kann.
Der Eschweger Partnerstadt Mühlhausen ist Wilfried Heizmann übrigens sehr verbunden . Eine tolle Innenstadt mit tollen Gassen, Winkelen, verlassenen Ecken und natürlich Fachwerkhäusern, schwärmt er. Solche Motive liebt er, diese malt er mit Hingabe, um auf die Schönheit des Verfalls aufmerksam zu machen.
Die Ausstellung mit Aquarellen und lmalerei wurde am Mittwochabend im Mühlhäuser Kulturbund im Puschkinhaus eröffnet. Musikalisch begleitet wurde die Vernissage von der Gruppe Swingtime. Zu sehen sind die idyllischen Heizmann-Bilder bis Mitte Juli.

DIASCHAU

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