ko-Krimi in der Stadt

Posted by on 25. Mai 2009
Mühlhäuser Filmfabrik bringt ein Stück Hollywood nach Mühlhausen

Es muss nicht gleich Hollywood sein. Auch in Mühlhausen werden Filme produziert. Hier gibt es zwar keinen berühmten Regisseur wie Steven Spielberg, aber einen talentierten Florian Arndt. Der hat vor fünf Jahren mit damals drei weiteren Fünftklässlern den Grundstein für die Filmfabrik Mühlhausen gelegt. Seit dem entstanden 35 Filmprojekte.

Von Iris HENNING

filmfabrik-muhlhausen-1MHLHAUSEN.
„Wir hatten wohl zu viel Zeit“, blickt der heute 16-jährige Florian Arndt zurück. Als er und seine Freunde eine Filmkamera in die Hand bekamen, wollten sie einem Freund, der weggezogen war, ein Erinnerungsstück drehen. Später kamen die Jungs auf die Idee, einen Film zu machen. „Unser großer Traum war, einen eigenen Spielfilm zu drehen“, sagt Florian. Das „Kino für zu Hause“ wuchs ungeplant schnell aus dem Wohnzimmer heraus. Die Präsentation des ersten Spielfilms „Glauben Sie an Hexen?“ im November 2005 fand im voll besetzten Haus der Kirche statt.
Viele Gleichaltrige waren begeistert davon, Filme zu produzieren. Aus den anfangs vier Enthusiasten waren siebzig geworden. Alle wollten dabei sein. Sie versuchen sich seit dem als filmfabrik-muhlhausen-2 Aufnahmeleiter, Kameramänner und -frauen, Regisseure, Tonassistenten sowie Verwalter, Designer und Organisatoren. Jeder macht, was er am besten kann.
„Bei uns sollte jeder mitmachen können, der Lust dazu hatte“, erklärt Florian. Einzige Bedingung: Niemand darf älter als achtzehn Jahre sein. „Wir wollen in unseren Filmen die Sicht der Kinder und Jugendlichen wiedergeben, wollen uns nicht von Erwachsenen reinreden lassen“, begründet er die strenge Altersbegrenzung.
Mittlerweile, so schätzt Florian ein, ist die Filmfabrik eine anerkannte Organisation, die sich auch an Auftragswerke wagt, etwa Dokumentationen, Atmosphäre -Videos oder Werbefilme. Bisher entstanden 35 Filmprojekte für 18 verschiedene Auftraggeber, darunter drei Spielfilme, die die jungen Filmemacher ihre „Königsdisziplin“ nennen. Spielfilme sind am aufwendigsten, brauchen Monate Vorbereitungszeit und manchmal Monate Produktionszeit. Dann sind die Filmfabrikanten nicht nur die Techniker, sondern ebenso die Schauspieler, die vor der Kamera agieren. Zugute kommt ihnen dabei die enge Zusammenarbeit mit dem Mühlhäuser Verein 3K und dessen Theaterprojekt. Die Begegnung der Filmfabrik und 3K war wohl vorprogrammiert: Florian Arndt ist einer der aktiven Spieler der 3K-Jugendgruppe. So treffen sich die Filmemacher auch regelmäßig unter dem 3K-Dach, um ihre Projekte zu planen. Zudem finden sie dort moderne Medientechnik, die genutzt werden kann. Zum Beispiel in den kommenden Sommerferien, wenn der Spielfilm Nummer vier gedreht wird. Ein aktionsreicher ko-Krimi um den Klima-Wandel soll der werden. Gut achtzig Leute spielen in dem etwa einstündigen Film mit, dessen Drehbuch wie immer selbst erarbeitet ist. Drehorte werden Mühlhausen und die Region sein. Spätestens im Januar soll der Film „De Cealo Mutato“ in der 3K-Theaterspielstätte Kilianikirche Premiere haben. Bis dahin haben die jugendlichen Aufnahmeleiter, Kameramänner und -frauen, Regisseure, Tonassistenten sowie Verwalter, Designer und Organisatoren um Florian Arndt noch viel zu tun. Und wer weiß schon, ob der heute 16-jährige Gymnasiast nicht in zehn, fünfzehn Jahren der neue Steven Spielberg in Hollywood ist.

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