Schillernde Schönheiten

Posted by on 18. Mai 2009
Schon Goethe schwärmte vom Teich und den Quellen von in Bad Tennstedt

Manchmal muss man die Niederungen der Alltagswelt einen Augenblick hinter sich lassen, um wieder frische Kraft schöpfen zu können. Um einen Moment innezuhalten, muss man nicht gleich die Urlaubskoffer packen. Auch im Unstrut-Hainich-Kreis kann man sich von der Wunderwelt der Natur faszinieren lassen. Zudem gibt es zahlreiche Naturdenkmale, die einen Abstecher wert sind. Schöne Wanderwege, die zu Naturdenkmalen führen, sollen in dieser Serie vorgestellt werden. Ein von den Bad Tennstedtern besonders favorisiertes Gebiet sind ihr Teich und ihre Quellen, westlich der Stadt gelegen.

Von Iris HENNING

BAD TENNSTEDT.
Kalt und schön sind der Teich und die Quellen. In geheimnisvolle Farbenpracht schillern sie smaragdgrün und blau. Selbst Johann Wolfgang von Goethe, der 1816 in Bad Tennstedt zur Kur weilte, zeigte sich beeindruckt von diesem Naturschauspiel. Das Farbspiel erklärt sich aus dem hohen Kalk- und Sulfatgehalt des Quellwassers, das klar und frisch Bruchteich, Gläserloch und Kutscherloch füllt. Sommers wie winters beträgt die Temperatur lediglich acht bis zwölf Grad Celsius. Der berlieferung nach soll der Bruchteich aus einem Steinbruch entstanden sein. Als ein großer Stein wegbrach, soll sich plötzlich das Wasser mit viel Kraft seinen Weg gebahnt und den ganzen Kessel-Bruch ausgefüllt haben.
Die Gläserlöcher und das Kutscherloch in unmittelbarer Nähe zum Bruchteich entstanden durch die Bildung von Erdfällen. Diese Quelltrichter gelten als einzigartige hydrologische Naturdenkmale. Sowohl der Bruchteich als auch die Quellen wurden bereits 1938 unter Schutz gestellt, wobei die Quellen außerdem noch zu den besonders geschützten Biotopen zählen.
Eine Wanderung um Bad Tennstedt zu den Naturdenkmalen kann kurz vor dem Städtchen, aus Richtung Klettstedt, beginnen. Ein landwirtschaftlich genutzter Weg, der auf die Bundesstraße trifft, führt nach rechts über den Bornberg im weiten Bogen um den Kurort. Auf der Höhe angekommen, bietet sich ein weiter Blick über Wiesen und Felder bis zum Inselsberg. Das ist aber auch schon die einzige Attraktion auf dem weiteren Weg, der sich noch einige Kilometer dahinschleppt, um sich am Ortsausgang von Bad Tennstedt, Richtung Ballhausen, für ein gutes Stück neben die Bundesstraße zu legen. Die Geduld und Hartnäckigkeit des Wanderers zahlt sich aber aus, sobald das kleine Waldstück linkerhand erreicht ist. Ein paar Meter noch und der von der Hauptstraße zerschnittene Wanderweg biegt endlich in diese Erholung versprechende Oase. Das vermeintliche Waldstück stellt sich als klug angelegter Park vor: Alte Bäume säumen die Wege, Bäche und Teiche sorgen für Abwechslung. Vogelgezwitscher lässt den überstandenen Verkehrslärm vergessen. In Tiergehegen fühlen sich Ziegen und Rehe wohl. Entlang eines schönen Bachlaufes führt der Weg nun nach Bad Tennstedt, dem sehr gepflegten Städtchen. Es ist eine Freude, durch dessen Straßen und Gassen zu spazieren. Verlaufen kann man sich nicht. Den Hinweisschildern Bruchwiese folgend, sind die bunt schillernden Naturdenkmale auch nicht zu verfehlen.
Wer nun noch Lust hat, die wasserreiche Natur Bad Tennstedts intensiver zu erleben, dem ist der Weg zu den nahe liegenden Eisteichen zu empfehlen. Um die Angelgewässer führt ein naturbelassener Pfad, der auch den Ausgangspunkt der Tour, die kleine Parknische am landwirtschaftlichen Weg, unmittelbar an der Bundesstraße B 176, erreicht. Dieser kleine Mehraufwand an Wegstrecke ist empfehlenswerter, als der direkte Rückweg von der Bruchwiese. Denn der führt parallel an der Bundesstraße entlang, was die Naturerlebnisse spürbar eintrüben würde.

Tipps zur Tour

Ausgangspunkt für diese etwa zwölf Kilometer lange Rundwanderung ist der Landwirtschaftsweg am Ortseingang, von Klettstedt kommend. Dort befindet sich eine kleine Parkbucht.
Die Gehzeit für die Strecke beträgt etwa drei bis vier Stunden.
Besondere Anforderungen stellt die Tour an die Wanderer keine. Es sind nur wenige Höhenmeter zu bewältigen. Allerdings hat die in der Wanderkarte ausgewiesene Tour keine Beschilderung. Durchhaltevermögen und Ausdauer verlangt der erste Teil, der recht langweilig über einen Betonweg und später über Asphalt führt, bis nach zwei ermüdenden Stunden endlich in den Park Ballhausen eingebogen werden kann.

Empfehlenswerter ist ein Wanderbeginn direkt am Park Ballhausen. Einen Teil des selben Weges muss man zwar zurück gehen, aber der ist entspannend und abwechslungsreich.
Einkehrmöglichkeit gibt es in den Gasthäusern von Bad Tennstedt. Für die Brotzeit aus dem eigenen Rucksack ist der Rastplatz an den Eisteichen empfehlenswert.

(Quelle: R. Weise, U. Fickel, R. Halle, W. Hochstrate, E. Lehnert, R. Faupel, R. Kaiser: „Naturdenkmale im Unstrut-Hainich-Kreis“)

DIASCHAU

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