Zwei Schwestern

Posted by on 28. April 2009
Erdfallquellen nahe Ufhoven liefern das reichliche Wasser für die Salza

Manchmal muss man die Niederungen der Alltagswelt einen Augenblick hinter sich lassen, um wieder frische Kraft schöpfen zu können. Um einen Moment innezuhalten, muss man nicht gleich die Urlaubskoffer packen. Auch im Unstrut-Hainich-Kreis kann man sich von der Wunderwelt der Natur faszinieren lassen. Zudem gibt es zahlreiche Naturdenkmale, die einen Abstecher wert sind. Schöne Wanderwege, die zu Naturdenkmalen führen, sollen in dieser Serie vorgestellt werden. Ein interessantes Gebiet ist das um die Erdfallquellen bei Ufhoven. Die zwei Quellen wurden 1938 unter Schutz gestellt.

Von Iris HENNING

UFHOVEN.
Was den Mühlhäusern ihre Popperöder Quelle, sind den Ufhovenern die Große und Kleine Golke. So klein und unscheinbar die Golken auch aussehen mögen: Sie sprudeln fleißig und sind der Ursprung des Flüsschens Salza. Allein die Kleine Golke schüttet etwa 120 Liter pro Sekunde aus. Da die Quellen nicht in Stein gefasst und befestigt sind, wie viele andere ihrer Schwestern, ist dies eine schöne Gelegenheit, einmal eine Karstquelle in ihrer natürlichen Form zu sehen. Das Wasser der Großen Golke entspringt auf dem Grund des vier Meter tiefen Tümpels, dessen Spalten mit Sand gefüllt sind. Dieser Sand macht die Erforschung der Karstspalten durch Taucher schwer. Dennoch gibt es faszinierende Unterwasseraufnahmen aus dieser Quelle, die im Auftrag des Westdeutschen Rundfunks WDR im Film „Wasserwelten – Quellen“ festgehalten sind. Eine Dritte im Ufhovener Wasserbund ist der Erdfall „Egelsee“, der ebenfalls südwestlich am Stadtrand liegt.
Einzugsgebiet der Quellen ist der nahe Hainich. Bereits in prähistorischer Zeit siedelten Menschen nahe der Quellen. Man vermutet, das deren Wasser früher nach Salz schmeckte, durch einen besonders hohen Kochsalzgehalt. Daher auch der Name „Salza“, früher „Salzaha“ für das Flüsschen.
Wanderer finden im Bereich der Quellen ein kleines Naturparadies mit üppiger Vegetation. Nur etwa einen Kilometer entfernt, südwestlich von Ufhoven, trifft man bereits auf die Golken. Von der Brücke an Dammtorstraße aus führt ein stiller Wanderweg entlang der jungen Salza über ein Wehrbrückchen, in Richtung Waldgebiet Große Harth, an den Golken vorüber. Zu viel versprechen von den Quellen sollte man sich allerdings nicht. So verkrautet, wie sie sich zeigen, traut man ihnen eine große Schüttung eigentlich nicht zu. Für Libellen, Schlammschnecken, für Kleinkrebse aber auch für Vögel auf Nahrungssuche ist dieses Feuchtgebiet aber ein wichtiges Refugium. Der Wanderer indes wird mehr Freude an der reichen Pflanzenwelt haben, die auch den weiteren den Weg entlang des Hellerbaches und durch satte Wiesen säumt. Allerdings wird der Weg nicht nur von Wanderfreunden genutzt, wie die vernarbten Fahrrinnen erkennen lassen. Gut beraten ist man zudem, eine Wanderkarte dabei zu haben. Die anfangs des Wegs ausgewiesene Rundwanderung über Zimmern zurück nach Ufhoven ist kaum gekennzeichnet. Markierungen und Wegweiser zu finden, ist ein Glücksfall. Lohnenswert ist die etwa zwölf Kilometer lange Tour dennoch. Sie führt vorbei an knorrigen Weiden, blühenden Streuobstwiesen, alten Bäumen und durch romantische Hohlwege. Unter einer Gruppe alter Blutbuchen lässt es sich gut rasten. Auch das verschlafen wirkende Zimmern, das nach etwa zwei Dritteln des Weges erreicht ist, überrascht mit sehenswerten Fachwerkhäusern und gediegener Gepflegtheit. Entlang des Zimmerbachs ist es nun noch eine gute Stunde Weg zurück zum Ausgangspunkt. War oberhalb der Golken, entlang des Hellerbachs, noch der Lärm der nahe gelegenen Bundesstraße B84 ein unangenehmer Wegbegleiter, wird man hier von wohltuender Stille empfangen. In die tauchen auch gern die Ufhovener und Bad Langensalzaer ein.

Tipps zur Tour

Ausgangspunkt für diese etwa zwölf Kilometer lange Rundwanderung ist die Brücke an der Dammtorstraße im Bad Langensalzaer Ortsteil Ufhoven. Diese Tour ist vor allem durch die unterschiedlichen Lebensräume, durch die sie führt, sehr abwechslungsreich.
Die Gehzeit für die Strecke beträgt etwa dreieinhalb bis vier Stunden.
Besondere Anforderungen stellt die Tour an die Wanderer keine. Während der zwölf Kilometer sind knapp 110 Meter Höhenunterschied zu bewältigen, die sich gleichmäßig verteilen.
Einkehrmöglichkeit gibt es im Harthaus. Ein Abstecher dort hin verlängert die Wanderung um etwa einen Kilometer. Bänke am Hellerbach, unter den Blutbuchen, sowie unter zwei dicken Linden, laden zur Brotzeit aus dem eigenen Rucksack ein.

(Quelle: R. Weise, U. Fickel, R. Halle, W. Hochstrate, E. Lehnert, R. Faupel, R. Kaiser: „Naturdenkmale im Unstrut-Hainich-Kreis“)

DIASCHAU

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