Diese Heiterkeit war gnadenlos

Posted by on 25. April 2009
Pago Balke und Nicolai Thein inszeneirten den großen Meister Wilhelm Busch mit Hingabe

Nicolai Thein gibt den großen Meister am Pian Pago Balke und Nicolai Thein inszeneirten den großen Meister Wilhelm Busch. Pago Balke rümpft, wie wohl einst Wilhelm Busch, die Nase über den von sich selbst verzückten Virtuosen.

MHLHAUSEN (ih).
Vor ausverkauftem Haus inszenierte das norddeutsche Duo am Freitagabend in der Stadtbibliothek Jakobikirche mit hemmungsloser Hingabe den genialen Meister des Humors, den Dichter und Zeichner. Die Bremer Thein und Balke zeigten: Wilhelm Busch hat mehr als die durchtriebenen Buben Max und Moritz hinterlassen. Sie ließen Balduin Bählamm, den verhinderten Dichter, aufleben, machten mit dem Junggesellen Tobias Knopp, dem unentdeckten Genie Maler Klecksel, diversen Basen, listigen Tanten, verkannten Virtuosen und verfehdeten Nachbarn bekannt. Letztlich gaben sie auch Fips, dem frechen Affen, reichlich Zucker.
Und während der Schauspieler Pago Balke geschickt Reim-Bild-Geschichten in Szene setzt und so die wunderbaren Busch-Karikaturen lebendig macht, heimst der Pianist Nicolai Theim mit Musik von Beethoven bis Schumann, von Chopin bis Mozart die Sympathie des Publikums ein. Bei so viel Gnadenloser Heiterkeit so der Programmtitel sind die Damen und Herren Zuschauer aber längst in den glucksenden Strudel puren Vergnügens geraten.
Gut hundert Jahre nach dem Tod von Wilhelm Busch erwecken Thein und Balke diesen mit ihrem Programm zu neuem Leben. Und hätte Busch im Publikum gesessen: Er hätte vermutlich mit ihm gemeinsam dicke Freudentränen gelacht.

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