Drei alte Eiben

Posted by on 8. April 2009
Natur erleben: Baumgruppe bildet ein grünes Tor am Hainich

Manchmal muss man die Niederungen der Alltagswelt einen Augenblick hinter sich lassen, um wieder frische Kraft schöpfen zu können. Um einen Moment inne zu halten, muss man nicht gleich die Urlaubskoffer packen. Auch im Unstrut-Hainich-Kreis kann man sich von Wunderwelt der Natur faszinieren lassen. Zudem gibt es zahlreiche Naturdenkmale, die einen Abstecher wert sind. Schöne Wanderwege, die zu Naturdenkmalen führen, sollen in dieser Serie vorgestellt werden. Von der Fuchsfarm bei Mülverstedt führt die heutige Tour an den drei alten Eiben in Weberstedt vorbei.

Von Iris HENNING

WEBERSTEDT.
Einige Tausend Jahre alt kann eine Eibe werden. Die älteste Eibe Deutschlands steht im Allgäu, südöstlich von Balderschwang, in 1150 Meter Höhe. Wie alt das faltenreiche Methusalem-Exemplar ist, können die Experten nur schätzen. Sie gehen davon aus, dass diese Eibe mindestens so alt wie die Zeitrechnung selbst ist, aber auch gut und gern 4000 Jahre alt sein könnte.
Im Vergleich zu diesem Zeitzeugen sind die drei Eibe auf dem Friedhof in Weberstedt wohl noch im zarten Jugendalter. Sie wurden erst vor etwa zweihundert Jahren gepflanzt – als Vierer-Gruppe. Doch ein Baum ist eingegangen. Vor gut siebzig Jahren, 1937, wurde das Ensemble unter Naturschutz gestellt. Während einer familientauglichen Wanderung, ausgehend vom Parkplatz „Fuchsfarm“ bei Mülverstedt, sind die Eiben einen kleinen Abstecher Wert. Auf geht es in Richtung Mülverstedt. Gut eineinhalb Kilometer wenig wanderfreundliche Asphaltstraße, die Triftchaussee, wollen aber erst bewältigt werden, ehe ein Pfad durch die naturnahe Landschaft in Richtung Weberstedt erreicht wird. Der führt schnurstracks zu einer weiteren Sehenswürdigkeit Weberstedts: zum Goldackerschen Schloss. Das Renaissance-Schloss ist 960 als Wasserschloss der Herren von Weberstedt erstmalig urkundlich erwähnt. Später ging es in Besitz der Herren von Goldacker über und wurde als Rittergut bewirtschaftet. Heute beherbergt das Schloss ein Umwelt- und Natur-Zentrum, eine Ausstellung zum Nationalpark Hainich und eine Gaststätte. Einige hundert Meter entfernt sind dann die drei Eiben zu bestaunen, die ein stattliches grünes Tor bilden. Mit gut acht Meter Höhe ist das vielstämmige Gewächs aber immerhin zwei Meter höher als die uralte Allgäuer Eibe. Immerhin. Anzunehmen ist aber, dass dieses Weberstedter Naturdenkmal vermutlich von den Erwachsenen mehr Beachtung findet als von Kindern, für die diese drei Eiben eben „nur alte Bäume“ sind. Die Jüngeren dürften ihre größere Freude am Trabant-Museum haben, das nun unmittelbar auf dem weiteren Weg liegt. Ist man kurz danach am mit dem Waagebalken gekennzeichnetem Weg angekommen, taucht man endlich bald wieder ein in die Ruhe versprechende Natur des Hainichs und des Nationalparks. Der Weg schlängelt sich als schmaler Pfad durch den einstigen Truppenübungsplatz, der nun mehr und mehr von Strauchwerk erobert wird. „Gänsekropf“ nennt sich das folgende Waldgebiet, das für einen Szenenwechsel nach der bisherigen steppenartigen Landschaft sorgt. Stege führen über schmale Bächlein und es geht auf waldweichen Wegen vorbei an kleinen Seen. Von reizvollen Feuchtbiotopen gekennzeichnet ist der Gänsekropf, von denen man sich gern zu mancher kleinen Rast überreden lässt. Trifft der Waagebalkenweg schließlich auf eine kleine Kreuzung, heißt es von diesem Weg Abschied nehmen. Richtung Fuchsfarm (gut ausgeschildert) geht es zurück zum ausgangspunkt. Nach diesem letzten Kilometer freut man sich auf eine deftige oder süße Brotzeit in der „Fuchsfarm“, wo Wirt und Wirtin noch selbst sie Speisen braten, kochen und backen und mit allerlei Spezialitätten ihre Gäste verwöhnen. Und wem die gerade zurück gelegten etwa neun Kilometer noch nicht ausreichten und Lust auf mehr Natur verspürt, der frage den Wirt nach einem weiteren Wandertipp.

Tipps zur Tour

Ausgangspunkt für diese Rundwanderung ist der Parkplatz „Fuchsfarm“ bei Mülverstedt. Alternativ kann aber auch von anderen Punkten aus, etwa vom Trabantmuseum oder vom Goldackerschen Schloss in Weberstedt, diese Tour begonnen werden.
Die Gehzeit liegt bei etwa zweieinhalb bis drei Stunden. Zusätzliche Zeit sollte für Besichtigungen, zum Beispiel des Trabant-Museums, eingeplant werden. Besondere Anforderungen an die Wanderer gibt es keine. Höhenunterschiede von etwa 140 Meter sind auf leichtem Profil zu überwinden.

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