Herausfordernde Aufgabe

Posted by on 19. März 2009
Karen Becker ist die neue Theaterpädagogin und inszenierte das Stück „Hikikomori“

Die Regie für die Inszenierung Hikikomori lag in den Händen von Karen Becker. Die 31-jährige Kulturwissenschaftlerin gehört seit kurzem als Leiterin für Theaterpädagogik und ffentlichkeitsarbeit zum 3K-Team. Im Gespräch erzählt sie, warum sie nach Mühlhausen kam und wie es ihr hier gefällt.

Frau Becker, Sie sind die Neue im 3K-Team. Was trieb Sie denn nach Mühlhausen?

Pragmatisches meine Stelle in der Theaterfabrik in Gera lief Ende Januar aus. Da musste ich mich auf dem Markt umschauen. 3K ist es für mich geworden, weil eine Stadt wie Mühlhausen auch eine Herausforderung in der eigenen inszenatorischen Arbeit für mich darstellt. Es reizt mich, ortsspezifisch zu arbeiten und mich unmittelbar mit einer Stadt und ihren regionalbedingten Problematiken auseinander zu setzen. In einer Kleinstadt stehen einem diesbezüglich mehr Möglichkeiten offen als in einer Großstadt wie Berlin, wo das Angebot sehr groß ist und die Möglichkeiten häufig auch stärker eingeschränkt sind.

Mit welchen Vorstellungen über Ihre neue Arbeit und über Mühlhausen sind Sie gekommen?

Ich hoffe, meinen Schwerpunkt auf meine praktische Arbeit mit Jugendlichen ausbauen zu können und gleichzeitig mir selbst neue Herausforderungen zu stellen.

Haben sich Ihre Erwartungen erfüllt?

Ich habe nicht damit gerechnet, sofort eine Inszenierung zu machen. Das war insofern anders als erwartet. Die Produktion hatte auf ihrem Entstehungsweg aufgrund von Krankheit und ähnlichen Hindernissen leichte Probleme, und ich musste das Konzept nochmal ändern. Auch das hatte ich so nicht erwartet. Ich bin sehr froh und dankbar, dass mir das Vertrauen entgegen gebracht wurde, eine Inszenierung mit nur einem Monat Probenzeit zu bewältigen, und erhielt hier unmittelbar die Möglichkeit, mit zwei Jugendlichen zu arbeiten.

Als Einstand bringen Sie Hikikomori auf die Bühne. Ein junger Mensch flüchtet aus der Lebenswirklichkeit. Gab es einen Anlass, gerade dieses Stück in den Spielplan aufzunehmen?

Die Theaterwerkstatt 3K möchte sich mit ihrem theaterpädagogischen Angebot mit jugendspezifischen Problemen auseinander setzen und anhand von künstlerischen Arbeiten Jugendliche und Erwachsene dazu einladen, sich kritisch-reflektierend zu gesellschaftsrelevanten Problemen zu verhalten. Hikikomori verhandelt Themen wie den sozialen Rückzug als Protestform, Selbstverletzung und Vereinsamung und ist somit ideal für unseren Ansatz.

Was war bei der Umsetzung des Stücks für Sie die größte Herausforderung?

Pragmatisch die recht kurze Probenzeit, inhaltlich die Reduktion des Spielraums auf ein zweimal zwei Meter großes Bett und die Verdichtung des theatralen Vorgangs mittels Tonspuren.
Hikikomori kommt als theaterpädagogisches Angebot auf die Bühne. Was bedeutet theaterpädagogisch“? Das klingt nach Lehrer und Schüler

Die Theaterpädagogik, die ich betreibe, meint inszenatorische Arbeit mit Jugendlichen und Kindern und grenzt sich damit vom professionellen Jugendtheater ab, welches mit ausgebildeten Schauspielern arbeitet. Die Inszenierung ist für Theaterinteressierte und spricht, so hoffe ich, sowohl Jugendliche als auch Erwachsene an, erreicht sie vielleicht auf unterschiedlichen Ebenen und regt sie damit zum Dialog an. Für Theatereinsteiger versteht sich die Inszenierung insofern als Angebot, da es zum Stück auf Nachfrage eine Vor- und Nachbereitung gibt und ein Begleitmaterial.

Premiere ist am heutigen Dienstagabend, mitten in der Woche. Das ist ungewöhnlich für ein Theater.

Mir war es wichtig, die Produktion direkt an eine Schulklasse zu binden, um einen stärkeren Bezug herzustellen. Wir haben auf das Wochenende zugunsten eines Schulklassenbesuchs verzichtet. Beide Spieler haben ihre Schulklassen als Premierenklassen eingeladen, so ist auch ein persönlicher Bezug enthalten, der mich freut. Darüberhinaus wird es jedoch Wochenend-Angebote geben.

Gespräch: Iris HENNING

DIASCHAU

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