In der Klemme

Posted by on 16. März 2009

Jugendfilmschule Thüringen sucht dringend ein neues Dach über den Kopf

Die Jugendfilmschule ist in Not geraten. Sie musste aus ihrem Haus in Seebach ausziehen. Weil die kreiseigene Liegenschaft zum Verkauf angeboten wird, wurde der Filmschule der Stuhl vor die Tür gesetzt. Filmschulleiter Ulrich Franke ist entsetzt und empört darüber.

Von Iris HENNING

MHLHAUSEN.

„Das hat uns hart getroffen“, sagt er. Verständnis dafür, dass die Filmschule gehen soll, hat er nicht. „Wir haben das Gebäude erst saniert und instand gesetzt“, verweist er auf die vielen Stunden Arbeit. Lange hatte das Haus am Stadtweg leer gestanden und wirkte ziemlich ruinös, als es der Filmschule vor etwa fünf Jahren zur Nutzung überlassen wurde. Jetzt ist das Haus vorzeigbar und die Filmschule soll gehen.

„Es müsste doch aber in einem ‚kinderfreundlichen Landkreis‘ möglich sein, die Bedingungen für die Filmschule so zu halten, dass diese auch weiter arbeiten kann“, klagt Ulrich Franke. Gegenwärtig müsse man aus dem Koffer arbeiten. Und das sei auf Dauer nicht machbar. „Wir brauchen dringend ein Dach über den Kopf“, sucht Franke ein neues Quartier. Untergebracht werden müssen studiotechnische Anlagen, der Bestand an historischer Film- und Fototechnik und das Inventar des Kinderferienlagers, das die Jugendfilmschule jährlich in den Sommerferien anbietet. Dazu gehören Zelte, Wohnmobile und Möbel.
Die Jugendfilmschule Thüringen gibt es seit Anfang der 90er Jahre. Sie ist die Nachfolgerin der Mühlhäuser Kamera, die 1961 begann, das Leben der Kreisstadt in Filmen zu dokumentieren. Die Filmschule übernahm dieses Erbe, richtete sich in ihrer Arbeit aber anders aus. Sie wandte sich an die jungen Leute, gibt ihnen Einblicke in Lichtblitze, Piepstöne und komplizierte Technik. Kinder und Jugendliche können in der Jugendfilmschule lernen, wie die Profis mit der Kamera zu arbeiten. „Wir bieten interessante Lern- und Freizeitangebote“ hebt Franke diese Bildungsmöglichkeit hervor. „Gerade deswegen verstehe ich nicht, warum wir vom Landkreis nicht mehr unterstützt werden.“ Das Angebot, das einstige Quartier in Seebach zu kaufen oder zu mieten, lehnt er ab. „Das ist viel zu teuer. Unsere Angebote für die Nutzer der Jugendfilmschule soll bezahlbar bleiben“, sagt er. Nun sucht Ulrich Franke dringend Partner, die der Filmschule helfen können. Das Kontaktbüro der Schule befindet sich am Steinweg 80, (03601) 40 48 90.

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