Uraltes Handwerk

Posted by on 10. März 2009
Kammerforster Töpferei Uwe Kley lädt an diesem Wochenende zum Schauen, Anfassen und Staunen ein

So alt wie die Erfahrung, dass Töpferware zerbricht, ist wohl auch das Töpferhandwerk. Tonscherben gehören zu den häufigsten Funden der Archäologen. Die Geschichte der Töpferei reicht einige tausend Jahre vor Beginn der Zeitrechnung zurück. Bis heute hat sich das uralte Handwerk behauptet, werden Alltagskeramik und Kunst hergestellt. Einblick in den Alltag eines Töpfers gibt es an diesem Wochenende während des Tages der Töpferei. Im Unstrut-Hainich-Kreis hat die Töpferei Kley in Kammerforst geöffnet.

Von Iris HENNING

KAMMERFORST.
Emsig dreht sich die Töpferscheibe. Mit angefeuchteten Händen gibt Meister Uwe Kley dem Klumpen Ton binnen Sekunden eine elegante Form. „bungssache“, lächelt er. Heute hat er sich vorgenommen, Uwe Kleysechzig Schüsseln zu drehen. „Tagesnorm“ nennt er dieses üppige Pensum. Die Schüsseln sind für einen Großauftrag bestimmt.
Die Töpferkunst steht für bodenständiges Handwerk mit Tradition. Während eine Töpferwerkstatt früher der Produktion von Alltagskeramik diente, stehen die Töpfereien heute für wertvolles, individuelles Kunsthandwerk. Hinter jedem Keramikprodukt steht eine Persönlichkeit. Jedes auch noch so kleine Detail wird mit der Hand geschaffen. Keramiker aus vielen Bundesländern laden an diesem zweiten Wochenende im März ein, die Töpfereien, Keramikwerkstätten, Studios und Ateliers zu besuchen. Von Berlingerode bis Römhild, von Tiefenort bis Waldenburg beteiligen sich in Thüringen morgen und am Sonntag insgesamt 45 Töpfereien an diesem seit dem Jahr 2006 jährlich stattfindenden Schautagen. Aus dem Unstrut-Hainich-Kreis ist es die Töpferei Kley in Kammerforst. Während der beiden Aktionstage können die Besucher die vielfältigen Arbeitsmöglichkeiten und den nicht immer leichten Alltag des Keramikers entdecken und dessen Werkstatt besichtigen. Fragen zum Handwerk, zu seiner Geschichte und Technologie beantwortet Töpfermeister Uwe Kley gern während dieser beiden Schautage. Zudem führt er an der Töpferscheibe verschiedene Techniken vor. Er will zeigen, was alles möglich ist. Möglich ist auch an diesen beiden Tagen, dass der Meister nach den Wünschen der Gäste Tassen, Schüsseln Krüge und Co. anfertigt. Dafür sollte eine Skizze oder ein Foto eines Musterstücks mitgebracht werden. Besucher, die es sich trauen, können sich außerdem selbst an der Töpferscheibe probieren oder Keramik von Hand modellieren.
Geöffnet hat die Töpferei Kley an der Reckenbühler Straße 16 am Samstag und Sonntag jeweils von 10 bis 18 Uhr.

Weitere Informationen zu den Töpfertagen:
www.toepferei-kley.de

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