Die lange Reise

Posted by on 10. März 2009
Vom Kamerateam begleitet: In sieben Wochen 1200 Kilometer auf Pfoten und zu Fuß

Sie werden vernachlässigt, geschunden und gequält. In Südeuropa zählt ein Hundeleben nicht viel. Auf ihr Schicksal und das ihrer Artgenossen wollen jetzt fünfzehn Hunde aus einem Tierheim in Südspanien aufmerksam machen. Gemeinsam mit ihren menschlichen Begleitern machen sie sich am Sonntag, 15. März, auf eine lange Reise. Sieben Wochen soll die dauern, 1200 Kilometer sollen auf Pfoten und zu Fuß zurückgelegt werden. Es ist der Jakobsweg von Estepona bis Santiago de Compostella. Ein thüringisch-sächsisches Kamerateam begleitet als stiller Beobachter diese Wanderung.

Von Iris HENNING

ESTEPONA/SPANIEN.
Fünfzehn Grad zeigt das Thermometer. Es ist morgens um neun Uhr. Bis zwanzig Grad wird das Quecksilber heute noch steigen. So sagt es der Wetterbericht. Es ist Frühling in Andalusien. Am Sonntag Projekt el-caminosoll es noch um zwei, drei Grad wärmer werden, und kein Wölkchen soll den spanischen Frühling trüben.
Dieser Sonntag wird ein besonderer sein. Eine außergewöhnliche Gruppe wird sich auf eine lange Reise begeben: fünfzehn spanische Hunde und fünfzehn Wanderer aus Europa, Amerika und Australien brechen in den Morgenstunden auf, um gemeinsam binnen sieben Wochen 1200 Kilometer zurück zu legen. Die Wanderer kannten sich bis heute noch nicht. Ihre internationale Mission: Sensibilisierung für den Tierschutz und Sammeln von Spenden für den Aufbau eines dringend benötigten Heims in Spanien für obdachlose Tiere. Die Idee für diese außergewöhnliche Aktion hatte der spanische Tierschutzverein „Adana“.
Auf ihrem langen Weg wird der Segen des Pfarrers von Estepona Tiere und Menschen begleiten – und ein thüringisch-sächsisches Filmteam. Diesem sechsköpfigen Team, das zur Hälfte von Deutschland aus agiert und zur Hälfte vor Ort ist, gehört auch Michael Schumann an. Der 30-Jährige aus dem Mühlhäuser Ortsteil Windeberg, der in der Zeitungsgruppe Thüringen und der „Thüringer Allgemeine“ seine Ausbildung zum Verlagskaufmann absolvierte und ein Studium der Kommunikations- und Medienwissenschaften anschloss, ist für die Planung und Organisation des Dokumentarfilms verantwortlich. „Unsere Intention liegt darin, eine Dokumentation zu produzieren und die vielfältigen Eindrücke dieser besonderen Reise verschmelzen zu lassen“, erklärt er.
Sowohl die Tiere als auch die Menschen werden im Fokus der Filmemacher stehen. Daneben sollen die spanische Lebensart, die kulturelle Vielfalt des Landes und die atemberaubenden Landschaften festgehalten werden. In den ersten sieben Tagen soll die Strecke von Estepona bis Sevilla zurückgelegt werden – etwa 190 Kilometer. Am 2. Mai wollen die Protagonisten in Santiago de Compostella ankommen. Am 3. Mai heißt es Abschied nehmen voneinander. Vielleicht hat mancher der tierliebenden Pilgerer in seinem ihm anvertrauten Hund aber auch einen treuen Lebensgefährten gefunden. Auf jeden Fall aber werden die Filmhelden auf ihrem Weg und im ganzen Land Eindrücke hinterlassen. ber ihre geplanten und ungeplanten Begegnungen auf dem langen Weg und über das traurige Schicksal der obdachlosen Hunde im Land will die spanische nationale Tageszeitung „La Razon“ berichten.
Für das thüringisch-sächsische Kamerateam beginnt mit der Rückkehr in die Heimat die Hauptarbeit: Fertigstellung des Dokumentarfilms bis September. Erste Fernsehsender haben bereits ihr Interesse an diesem Film angekündigt.

(Finanziert wird das Projekt namens „El Camino“ durch den Tierschutzverein „Adana“ und Sponsorengelder sowie von den menschlichen Begleitern der Hunde.)

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