Bilaterale Momentaufnahmen

Posted by on 4. März 2009
Neue Ausstellung in Mühlhäuser Museen wird als Zeichen kultureller Zusammenarbeit gewertet

Es gibt auch kleine Dinge, die zum gesellschaftlichen Ereignis werden können. Die Sonderausstellung „Blickwechsel“ im Mühlhäuser Museum am Lindenbühl, die Fotos aus dem Baltikum zeigt, ist ein Beispiel dafür. Die Eröffnung am Dienstagabend wollte sich auch die Kulturattachèe an der Botschaft von Litauen in Berlin, Rasa Balcikonyte, nicht entgehen lassen.

Von Iris HENNING

MÜHLHAUSEN.
„Blickwechsel – das Baltikum aus zwei Perspektiven“, so titelt die Fotoausstellung, die Bilder des litauischen Fotografen Albinas Kuliesis und des Mühlhäusers Thomas T. Müller zeigt. Wer eine analytische Bestandsaufnahme erwartet, wird sich enttäuscht sehen. Diesem Anspruch wollten die Fotografen auch nicht gerecht werden. Ihre Motive zeigen Details, sind Momentaufnahmen der Ruhe und Gelassenheit aus Litauen und dessen Nachbarstaaten Lettland und Estland. Sie zeigen eine tiefe Verbundenheit mit dem Baltikum. Für den einen ist es die Heimat, für den anderen ein immer wieder gern aufgesuchtes Urlaubsziel. Beide halten seit Jahren ihre Sichtweisen in Fotografien fest. Erstmals begegneten sich nun die Fotografen in Mühlhausen, während der Ausstellung vor ihren Bildern, die die Innenansicht des einen und die Außenansicht des anderen zeigen. Dabei kommen sich die Ruhe ausstrahlenden Motive ziemlich nahe.
Die Fotoausstellung im Mühlhäuser Museum ist weitaus bedeutungsvoller als „nur Bilder zeigen“. Von den Gästen wurde sie vor allem als ein Zeichen der kulturellen Beziehung zwischen West und Ost gewertet. Die Kulturattachèe Rasa Balcikonyte lobte die gemeinsame Ausstellung als einen wunderbaren kulturellen bilateralen Kontakt. Algirdas Kopustas, der Bürgermeister aus dem litauischen Ukmerge, ließ seine Stellvertreterin Grüße übermitteln und sprach „von einem besonderen Tag in der Geschichte Ukmerges“; es beginne eine Zusammenarbeit zwischen den Museen beider Städte. So wird diese Fotoausstellung später auch in Ukmerge gezeigt. Sehr interessiert zeigten sich zudem die litauischen Gäste, auch den Unstrut-Hainich-Kreis aus der Sicht der beiden Fotografen in Bildern vorzustellen – der eine aus der Perspektive des Einheimischen, der andere aus der des Fremden. Das wäre dann die erfolgreiche Fortsetzung des bilateralen „Blickwechsels“ und der kulturellen Zusammenarbeit.
Zuvor aber können die Bilder aus dem Baltikum in der Sonderausstellung betrachtet werden. Bis zum 7. Juni ist die im Museum am Lindenbühl zu sehen. Sie zeigt nicht nur Momente scheinbar paradiesischer Zustände. Sie ist auch eine stille Einladung, ein Stück Osteuropa kennen zu lernen.

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