Der Landschaftsmaler

Posted by on 12. Februar 2009

Aus der Serie „Mein schönes Hobby“ in der „Thüringer Allgemeinen“:

Die einen haben ihre Freude an Briefmarken, Münzen, Zinnfiguren oder Etiketten. Andere basteln die kuriosesten Dinge. Menschen aus dem Landkreis und deren Lieblingsbeschäftigungen in ihrer Freizeit sollen in dieser Serie vorgestellt werden. So ist Werner Weidenbach aus Mühlhausen ein begeisterter Landschaftsmaler.

Von Iris HENNING

MÜHLHAUSEN.

Wenn Wolken ihre Gesichter und Formen in den Himmel malen, dann bleibt Werner Weidenbach gern ein Weilchen stehen. Immer wieder entdeckt er Neues, Fantastisches. In der trüben Jahreszeit, wennWerner Weidenbach der Himmel grau verhangen ist, ist Kaffeesatz sein kleiner Wolkenersatz. Der auf Papier getrocknete Kaffeesatz, so erklärt der Hobbykünstler, hinterlasse zufällige Gebilde und Formen: Auch hier könne er Gesichter und Geschichten erkennen. Mit zarten Strichen auf und zwischen der vom Kaffee gezeichneten Struktur zaubert Werner Weidenbach seine Geschichtenbilder hervor. So entstand zum Beispiel Die fliegende Kuh.

Seine Kaffeesatzbilder sind Arbeiten, wenn das Wetter es ihm nicht gestattet, Spaziergänge in die Natur zu unternehmen. Mit fast 80 Jahren ist man eben mehr auf gutes Wetter angewiesen als in jungen Jahren. Die alten Knochen reagieren empfindlich auf Kälte, Nässe und Wind. Auch ist nicht mehr sein Skizzenblock Begleiter. Der ist einem Fotoapparat gewichen. Lange an einem Ort zu stehen, um Eindrücke mit dem Stift festzuhalten, fällt dem Senior nicht mehr leicht. Gut, dass es die Kamera gibt, ist er froh über die Technik, die ihm das Malen von Landschaftsbildern weiterhin erlaubt: zu Hause am Küchentisch. Der ist sein Atelier. Am Küchentisch entstehen die luftigen Landschaftsbilder in Aquarell und Pastell: weite Felder, herbstbunte Hügel, tiefgrüne Wälder, zerschundene Wege. Sein Lieblingsmotiv sind die Weiden. Das liegt am Namen, erklärt Werner Weidenbach. Am liebsten malt er alte, knorrige Bäume, die sich wie ein Paar zueinander neigen ( vielleicht ist das Motiv Metapher für sich und seine Frau Inge. Die diamantene Hochzeit rückt näher. Fast sechzig Jahre sind sie miteinander verheiratet.

Noch viel länger ist Werner Weidenbach seinem Hobby, dem Malen, verbunden. Wann genau er damit begonnen hat, weiß er nicht zu sagen. Als Kind sei er mit seinem Vater schon früh auf Entdeckertour durch die Landschaft gegangen ( stets mit Stift und Skizzenblock. Einmal Künstler zu werden, sei sein Kindheitstraum gewesen. Aus dem nichts wurde, wie aus vielen Kindheitsträumen aus dieser in Kriegs- und Nachkriegszeit herangewachsenen Generation. Aber immerhin lernte er Lithograph. Weil der Beruf wenige Jahre später nicht mehr gebraucht wurde, wechselte er in das Malerhandwerk. Ein ordentlicher Beruf, meinten die Eltern. Bestimmte der Malerpinsel seinen Berufsalltag, waren es in der Freizeit weiterhin die Künstlerpinsel. Die Landschaften haben mich als Kind schon fasziniert und mich nie mehr losgelassen, bis heute nicht, so der Künstler.

Anlässlich seines 80. Geburtstags wird es eine Ausstellung von Werner Weidenbach im Kulturbund im Puschkinhaus geben. Die wird im März eröffnet.

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