Höchster Weihnachtsbaum Thüringens gefällt

Posted by on 17. Januar 2009
Fichte auf dem Eigenrieder Anger war zwei Meter höher als der Baum auf dem Erfurter Domplatz

Er war vermutlich der höchste Weihnachtsbaum in ganz Thüringen. Mit einer Höhe von 27 Metern ragte er noch zwei Meter höher in den Himmel als sein Bruder auf dem Erfurter Domplatz. Das war einmal. Am Wochenende hat das letzte Stündlein für den Eigenrieder Weihnachtsbaum geschlagen. Er wurde gefällt.

Von Iris HENNING

EIGENRIEDEN.
„Das war ein prächtiger Baum“, sagt Wolfgang Germanus vom Förderverein St. Ulrich. Am Wochenende ging es dem Baum dennoch an den Kragen beziehungsweise an den Stamm. Verstärkung dafür

RAN AN DEN BAUM: Zu Kleinholz verarbeiteten die Eigenrieder am Wochenende ihr Prachtexemplar von Weihnachtsbaum. Foto: I. Henning
RAN AN DEN BAUM: Zu Kleinholz verarbeiteten die Eigenrieder am Wochenende ihr Prachtexemplar von Weihnachtsbaum. Foto: I. Henning

erhielten die Männer aus dem St.-Ulrich-Förderverein aus der Feuerwehr und dem Förderverein Dorfmittelpunkt Anger sowie von einem Eigenrieder Bauunternehmen, das die notwendige Technik zur Verfügung stellte. Zu einigen Kubikmeter Kleinholz wurde der Weihnachtsbaum verarbeitet. Gleich mitgestutzt wurden die Linden auf dem Dorfanger. Äste mit bedrohlichem Überhang wurden abgesägt.

Der Weihnachtsbaum war für fast zwei Monate mit seiner Beleuchtung eine Pracht auf dem Dorfplatz. Er leuchtete auch zum dritten „Angerleuchten“, einem Adventsfest zugunsten der Kirche St. Ulrich. Das Fest hat knapp 900 Euro eingebracht, bilanziert Germanus. Das Geld wird dringend für die Rettung der Dorfkirche gebraucht.

Seit gut vier Jahren engagiert sich der Förderverein St. Ulrich für die Erhaltung dieses einmaligen Kulturdenkmales. Mit den Spendengeldern aus dem Dorf als Eigenmittel und dem Geld aus den Fonds des Städtebauförderprogramms des Landes, des Landesamtes für Denkmalpflege, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, des Kirchenkreises und der Landeskirche kamen ungefähr 140000 Euro in den Jahren zusammen. Damit wurde bereits das Dach komplett saniert, die Orgel restauriert, die Nordwand saniert, die Turmtreppe komplett erneuert und die Elektroinstallation in Kirchenschiff und -turm auf Vordermann gebracht.

Arbeitslos ist der Förderverein St. Ulrich aber noch lange nicht. Am dringendsten sind die Sanierung der Südwand und die Fortsetzung der Elektroinstallation. Dann wird ein Sanierungskonzept für den Innenraum gebraucht. Der ist schlimm gekennzeichnet von Nässeschäden. Schritt für Schritt will der Förderverein, der heute 29 Mitglieder zählt, die Sanierung ihrer Kirche fortsetzen. So soll es auch in diesem Jahr wieder ein Angerleuchten geben. Vielleicht wird der Eigenrieder Weihnachtsbaum des Jahrgangs 2009 wieder der höchste Thüringens sein.

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