Freude an Amseln, Meisen und Co.

Posted by on 13. Januar 2009
Im Winter wird der Tisch für die gefiederten Freunde oft reichlich gedeckt

Frost und Schnee lassen die Tierliebhaber wieder mehr an die gefiederten Freunde denken. Die Meisenknödel hängen in vielen Bäumen wie überreife Früchte. Fensterbretter und Balkone sind ebenfalls reichlich mit Futtermitteln bedeckt. Die Gefiederten lassen sich nicht lange bitten, am gedeckten Tisch Platz zu nehmen. Notwendig indes ist die Winterfütterung für den Erhalt der Vogelwelt nicht, klärt der Verein Nabu, der Naturschutzbund Thüringen auf.

Von Iris HENNING

Eichelhäher

Foto: Naturfotograf Ralf Weise

MÜHLHAUSEN.

Amseln, Meisen, Sperlinge und andere possierliche Kleine schwirren zur Zeit auf Nahrungssuche durch Parks und Gärten. Dick aufgeplustert haben sie ihr Federkleid. So hält es schön warm. Die heimischen Vögel sind bestens angepasst an die kalte Jahreszeit. Reife Birken- und Erlensamen, Fichtenzapfen, Eicheln, Bucheckern, Früchte, Beeren und Samenstände von Stauden sind auch jetzt noch überall zu finden, verweist Nabu auf die Winterspeisekarte. Und die Insektenfresser unter den Vögeln haben so erfolgreiche Suchmethoden, dass sie die Überwinterlinge in deren Verstecken wie Rinden- und Erdspalten, im morschen Holz oder im Falllaub finden. Manche Insektenfresser sind zudem so flexibel, dass sie bereits im Herbst ihre Nahrung auf Körner oder Obst und Beeren umstellen.

Schlecht ist das Füttern im Winter dennoch nicht. Den größten Nutzen hat laut Nabu aber der Mensch. Am Futterhäuschen oder auf dem Fensterbrett lassen sich Meisen, Amseln und Co. eben aus nächster Nähe beobachten. Und das ist besonders für Kinder immer ein Erlebnis der besonderen Art. „Gegen ein maßvolles und richtiges Füttern ist auch nichts einzuwenden“, meint Kirsten Schellenberg, die Nabu-Landesgeschäftsführerin. Doch sollte man dabei einige Regeln beachten. Futterhäuschen sollten mit mindestens zwei Meter Abstand zur nächsten Glasscheibe platziert werden und auch so, dass sich keine Katze anschleichen kann. Futter sollte vor Regen geschützt liegen und es sollte so angeboten werden, dass die Vögel nicht im Futter sitzen und es durch Kot verschmutzen können. Gut geeignet sind zum Beispiel röhrenförmige Futtersilos. Wer besonders Finken, Sperlinge und Ammern einladen möchte, dem empfiehlt Nabu Sonnenblumenkerne und Freiland-Futtermischungen. Für Rotkehlchen, Meisen, Amseln und Zaunkönig sind Rosinen, Obst, Haferflocken, Kleie und Meisenknödel Leckerbissen. Keinesfalls auf die Speisekarte gehören salzige Nahrungsmittel, etwa vom Fernsehabend übrig gebliebene Chips. Und auch Brot ist nicht zu empfehlen.

Vor einem so genannten Anfüttern wird allerdings abgeraten. Denn dann könnte auch die gemeine Stadttaube als Überträger von Krankheiten und als Zeckenwirt ungebetener Gast werden. Und hat es sich die erst einmal auf dem Balkon bequem gemacht, ist sie schwer wieder loszuwerden.

Füttern kann man übrigens auch Rabenvögel, zu denen der schöne Eichelhäher gehört. Der lebt nicht nur in Nadel- und Mischwäldern. Auch in baumreichen Grünanlagen von Städten ist er anzutreffen. Der Eichelhäher trägt dazu bei, forstlich sehr erwünschte Pflanzen zu verbreiten, indem er Eicheln, Bucheckern und Haselnüsse im Boden, an Gebüschrändern und unter Laub versteckt. Überhaupt sind die intelligenten Rabenvögel wichtig für das Öko-System. Geeignete Futtermittel für sie während strenger Schnee- und Frosttage sind zum Beispiel Nüsse, Mais, trockenes Katzenfutter und frisches Obst.

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